<BR />Der Gesetzesentwurf, der in der Agrarkommission der Kammer behandelt wird, stammt von Michela Brambilla, Vorsitzende der Tierschutzorganisation (Leidaa) sowie der interparlamentarischen Kommission für Tiere. Ziel ist die Anerkennung von Equiden (Pferde, Esel und deren Kreuzungen) als Haustiere mit dem daraus folgenden Verbot von Schlachtung und Nutzung zu Nahrungszwecken.<BR /><BR />Doch die Meinungen gehen weit auseinander. „Pferde gehören zu den am meisten ausgebeuteten Tieren“, meint Julia Unterberger. Der Konsum von Pferdefleisch sei in Italien von über 70.000 geschlachteten Tieren im Jahr 2012 auf rund 22.000 im Jahr 2024 aber deutlich gesunken. „Dieser starke Rückgang spiegelt einen kulturellen Wandel wider, den es nun zu nutzen gilt“, so Unterberger. <h3> Walcher: „Halte von diesem Weg gar nichts“</h3>Ganz anders sieht es Landesrat Luis Walcher. „Ich halte von diesem Weg gar nichts.“ Die volle Bandbreite der Nutztiere sei dem Konsum zuzuführen, statt den Leuten vorzuschreiben, was sie essen dürfen. „Irgendwann kommen wir noch so weit, dass wir für jede Tierart ein eigenes Krematorium bauen müssen“, meint Walcher.<BR /><BR />Südtirols Metzger stehen dem Verbot skeptisch gegenüber. Pferdefleisch sei in Italien Teil vieler traditioneller Gerichte und Wurstwaren. „In Südtirol ist es aber ein Nischenprodukt, das die meisten Metzgereien nur auf Bestellung führen“, so Obmann Klaus Kofler. Das meiste Pferdefleisch komme zudem aus Spanien und Übersee. Metzger Hannes Mair aus Terlan schlachtet Pferde. „Aber nur wenige. Verlangt wird es immer wieder von Kunden, denen es der Arzt empfohlen hat, denn Pferdefleisch ist fettarm und reich an Eisen.“ Allemal sehen die Metzger in einem Verbot keinen Mehrwert. Es sei besser, Tiere zu verwerten, als sie einfach zu verbrennen.<BR /><BR />Bleibt zu sagen, dass die ganze Aufregung umsonst sein könnte. Manfred Schullian, Vorsitzender der gemischten Fraktion in der Kammer, beurteilt die Erfolgsaussichten des Brambilla-Entwurfs, der zusammen mit weiteren von Fünf-Sterne-Bewegung und Grüne/Linke behandelt wird, als „eher zweifelhaft“.