Donnerstag, 15. April 2021

Pfizer-Biontech: Mehr Impfdosen für Italien

Italien erhält bis Ende April 670.000 zusätzliche Dosen vom Impfstoff Pfizer/Biontech. Im Mai werden es zusätzliche 150.000 Dosen und im Juni weitere 4 Millionen sein.

Pfizer-BioNTech liefert weitere Impfdosen nach Italien.
Pfizer-BioNTech liefert weitere Impfdosen nach Italien. - Foto: © APA/afp / LUIS ACOSTA
Dies sei der zusätzlichen Lieferung von 50 Millionen Pfizer-Vakzinen zu verdanken, die Europa im zweiten Quartal erhält, berichtete der für die Impfkampagne zuständige Regierungskommissar Francesco Paolo Figliuolo am Mittwoch.

Der Kommissar will dafür sorgen, dass Anfang Mai eine halbe Million Menschen täglich immunisiert werden. Derzeit werden am Tag circa 300.000 Personen geimpft.

AIFA prüft Johnson & Johnson


Inzwischen nimmt sich die italienische Arzneibehörde AIFA noch Zeit, das Johnson & Johnson (J&J)-Vakzin unter die Lupe zu nehmen, dessen Injizierung in den USA nach starken Nebenwirkungen ausgesetzt wurde.

Die Verteilung des J&J-Vakzins an die Regionen wurde vorübergehend ausgesetzt. Die Verabreichung des J&J-Vakzins wird wahrscheinlich lediglich Menschen im Alter von über 60 Jahren vorbehalten sein, sagte Patrizia Popoli, Vorsitzende des wissenschaftlich-technischen Komitees der AIFA. Der Impfstoff von J&J basiere auf derselben Technologie, die auch für das AstraZeneca-Vakzin genutzt werde.

Immer mehr Italiener lehnen AstraZeneca ab

Inzwischen wächst in der Lombardei die Sorge wegen der zunehmenden Zahl von Personen, die eine Impfung mit AstraZeneca ablehnen, nachdem in Italien Ermittlungen wegen Todesfällen infolge möglicher Thrombosevorkommen aufgenommen wurden.

„Absagen sind ein Phänomen, das in den letzten Tagen öfter vorkommt, als man denkt“, sagte der Generaldirektor für soziale Angelegenheiten der Region Lombardei, Giovanni Pavesi, bei einer Anhörung in der Gesundheitskommission des Regionalrats. Diese Aussagen wurden von der Sozialassessorin der Lombardei Letizia Moratti dementiert. Lediglich 5 Prozent der Menschen hätten bisher eine Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff verweigert.

Offene Schulen im Sommer?

Das Bildungsministerium plant indes, Schulen auch im Sommer offenzuhalten. „Wir denken an Kinder, deren Familien sich keinen Sommerurlaub gönnen können. Ihre Schulen sollen im Sommer sportliche und kulturelle Aktivitäten anbieten“, sagte der Staatssekretär im Bildungswesen Rossano Sasso.

Offenen Schulen im Sommer seien eine Notwendigkeit für viele berufstätige Eltern. Die Pandemie wirkt sich inzwischen auch auf die Migration aus. Die Zahl der in Italien eingereichten Asylanträge sank im Pandemie-Jahr 2020 stark. So wurden im vergangenen Jahr 26.963 Asylanträge eingereicht, was einem Rückgang von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 76 Prozent der geprüften Asylanträge wurden abgelehnt, berichtete der italienische Flüchtlingsrat CIR in einem am Mittwoch vorgelegten Bericht 2020.

apa