In der Pressekonferenz zog Ladurner Bilanz über die vergangenen fünf Jahre Verbandsarbeit. Als der damals neue Ausschuss 2021 und damit mitten im zweiten Pandemiejahr seine Arbeit aufnahm, waren laut Ladurner 600 Betten (rund 15 Prozent der Kapazität) leer. Heute seien es nur mehr drei Prozent – trotz leicht gestiegener Kapazität. Als Meilenstein bezeichnete Ladurner die Einführung der dualen Ausbildung für Pflegehelfer und Sozialbetreuer als Alternative zur Ausbildung an den Landesfachschulen. <BR /><BR />„Das hat uns ganz entscheidend geholfen, auf den Fachkräftemangel zu reagieren“, betonte die Verbandspräsidentin. Insgesamt konnten bislang über diese berufsbegleitende Schiene bereits 164 Pflegekräfte ausgebildet werden, weitere 90 besuchen aktuell einen der insgesamt fünf Lehrgänge. Für Ladurner ein Erfolgsmodell, das jetzt aber durch neue Bestimmungen aus dem Staat-Regionen-Abkommen in Gefahr gerate. Die Landesregierung hat diese Bestimmungen Anfang Jänner in einem Beschluss übernommen – und der bisherige Ausbildungspartner des Verbandes der Südtiroler Seniorenwohnheime, das Bildungshaus Lichtenburg, nun mitgeteilt, dass man mit den neuen Rahmenbedingungen die Ausbildung nicht mehr anbieten könne. <BR /><BR />Die neuen Rahmenbedingungen sehen nun nämlich eine massive Erhöhung der Theoriestunden in Präsenz sowie eine Reduzierung des Praktikums im eigenen Betrieb von bisher 300 auf nur mehr 135 Stunden vor – bei verringerter Entlohnung. „Damit sinkt die Attraktivität der Ausbildung entscheidend – für den Auszubildenden wie für den Betrieb“, befürchtet Ladurner. Und das ausgerechnet bei einem Bedarf allein der Seniorenwohnheime von 1050 Neuzugängen für Pflege und Betreuung bis zum Jahr 2030.<BR /><BR />Bleibe zu hoffen, dass die Landesfachschulen Angebote schaffen, „die allen interessierten Menschen die Möglichkeit zur Ausbildung gibt“, fügte Verbandsdirektor Oswald Mair hinzu. <BR /><BR /><BR /><BR />Der Fachkräftemangel ist die eine große Herausforderung der kommenden Jahre, die steigenden Kosten die andere. Denn ein vom Land geändertes Finanzierungsmodell sieht eine Beteiligung der Heime an den Mehrkosten durch die Inflationsanpassungen für das Personal vor (wir haben berichtet). Diese Kosten müssen die Heime, so Ladurner, durch erhöhte Grundtarife decken. Konkret hat sich dadurch der durchschnittliche Grundtarif für ein Einzelzimmer von 2025 auf heuer um vier Euro pro Tag erhöht, der für ein Mehrbettzimmer um 3,77 Euro.<BR /><BR />Für Heimbewohner bzw. deren Angehörige eine schmerzhafte Erhöhung. Die Position des Verbandes der Seniorenwohnheime ist klar: „Es darf keine weiteren Erhöhungen des Grundtarifs aufgrund kollektivvertraglicher Mehrkosten geben“, so Ladurner.