Mittwoch, 07. Oktober 2020

Pflegende Angehörige: Start der 1. Online-Selbsthilfegruppe in Südtirol

Einen pflegedürftigen Menschen zu betreuen ist eine herausfordernde Aufgabe mit körperlichen, seelischen und sozialen Belastungen. Weil der Pflegealltag zudem wenig freie Zeit und Spielraum lässt, startet nun die 1. Online-Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige.

Mitte Oktober sollen die Online-Treffen der Selbsthilfegruppe starten.
Badge Local
Mitte Oktober sollen die Online-Treffen der Selbsthilfegruppe starten. - Foto: © Dachverband für Soziales und Gesundheit EO
In Südtirol leben rund 15.000 pflegebedürftige Menschen. Der Großteil davon wird zu Hause gepflegt, vorwiegend von Familienangehörigen – oft parallel zum eigenen Berufsleben und dem „normalen“ Alltag. Seit ihr Mann nach einem Unfall vor einem Jahr auf Pflege angewiesen ist, hat sich das Leben von Erika von Grund auf verändert. Es geht ihr so wie vielen.

Einen pflegebedürftigen Menschen zu betreuen ist eine intensive und herausfordernde Aufgabe. Nicht selten überfordern sich pflegende Angehörige dabei. Es kommt viel auf sie zu, das zu bewältigen ist. Für eigene Interessen und außerfamiliäre Beziehungen bleibt wenig Zeit. Oft kommen Überlegungen dazu, ob man auch alles richtig macht, nicht selten begleitet von einem schlechten Gewissen.

Erika geht es so wie vielen anderen pflegenden Angehörigen. „Manchmal bin ich verunsichert und möchte mich mit anderen, die in einer vergleichbaren Situation sind austauschen“, erzählt sie. „Da es für pflegende Angehörige nicht immer einfach ist, von zu Hause wegzukommen, habe ich mir überlegt, mit einer Online-Selbsthilfegruppe zu starten.“

Um pflegende Angehörige zu unterstützen, startet die Dienststelle für Selbsthilfegruppen im Dachverband für Soziales und Gesundheit deshalb nun eine Online-Selbsthilfegruppe. Alles was die interessierten Teilnehmer brauchen ist eine Internetverbindung über Computer, Tablet oder Smartphone mit Kamera und Mikrophon. In der Selbsthilfegruppe gibt es die Möglichkeit, sich mit Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind, auszutauschen und dadurch Entlastung und Hilfe zu bekommen.

Die Treffen finden mittels Videokonferenz statt und beginnen Mitte Oktober. Weitere Infos und Anmeldung bei der Dienststelle für Selbsthilfegruppen, Tel. 0471 312424, [email protected] oder direkt bei Erika, Tel. 340 3052951, [email protected].

stol

Schlagwörter: