Weil in Italien 30.000 Krankenpfleger fehlen, kündigte Gesundheitsminister Orazio Schillaci an, 10.000 aus Indien holen zu wollen. Bis jetzt ist daraus aber zumindest für Südtirol nichts geworden. Wie die Landesräte Hubert Messner und Rosmarie Pamer auf Anfrage des Landtagsabgordneten Jürgen Wirth Anderlan erklären, hat das Land keine Initiative in Richtung Indien unternommen. Man sei zwar offen, Pflegekräfte ins Land zu holen, stärke aber vorerst das eigene Ausbildungsangebot, wie etwa mit mehr Taschengeld für Absolventen der „Claudiana“. <h3> 3170 Auszubildende haben Flinte ins Korn geworfen</h3> Diese bildete in den letzten 10 Jahren 1553 Abgänger in den Gesundheitsberufen aus. 1465 Pflegehelfer und Sozialbetreuer schlossen seit 2014 die Fachschule „Hanna Arendt“ ab; 614 waren es am italienischen Gegenstück „Levinas“. Allerdings sind die Absolventinnen von Arendt und Levinas gegenüber 2014 gesunken – und die Abbruchquoten nicht unbedeutend. 3170 junge Menschen haben seit 2014 ihre Ausbildung in einem Gesundheits- und Sozialberuf abgebrochen – davon allein 2023/24 34 der „Arendt“ und 54 der „Levinas“. <BR /><BR />Verschwindend gering sind Abbrüche hingegen bei berufsgeleitenden Angeboten. Unterm Strich sind 4874 Mitarbeiter, die ihre Ausbildung in Südtirol genossen, in verschiedensten Berufsbildern von Krankenpfleger bis Ergotherapeut im Sanitätsbetrieb und 5672 in den Sozialdiensten tätig. Aber: Aktuell mangelt es dem Sanitätsbetrieb an 62 Krankenpflegern, 10 Pflegehelfern. Akuter ist die Personalnot in Seniorenheimen, wo 87 Krankenpfleger, 19 Reha-Mitarbeiter und 174 Pfleger/Sozialbetreuer fehlen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-68430937_quote" /><BR />„Der Sanitätsbetrieb hat eine Rekrutierungsstelle für Personal. Dasselbe bräuchte es beim Land für das Soziale, sprich Heime, Hauspflege, Behindertenwerkstätten“, sagt Martina Ladurner. Was die Seniorenheime anlangt, so seien dringend neue Berufsbilder wie den „Assistenz-Krankenpfleger“, den der Staat bereits im Oktober beschlossen hat, zu übernehmen. Gut 200 Betten in den Heimen können nicht belegt werden, weil u.a. an Krankenpflegern fehlen. Nachzuweisen ist ein Krankenpfleger auf 10,5 Bewohner. <h3> Mehr Tagesbegleiter gefragt</h3> „Diesen Schlüssel könnte man anheben, wenn der Assistenz-Krankenpfleger die Krankenpfleger entlastet“, so Ladurner. Dasselbe gelte für das neue Berufsbild Tagesbegleiter, die Pfleger bei täglichen Verrichtungen wie Essenseingabe oder Spaziergänge helfen. „Das Land muss bei neuen Berufsbildern schneller werden. Alles, was sich positiv auswirkt, ist ohne Wenn und Aber umzusetzen“, fordert Ladurner.