Donnerstag, 04. Februar 2021

Pflegepersonal in Bozen: „Würde mich sofort impfen lassen“

Impfdosen sind ausreichend vorhanden, beim Pflegepersonal scheint es aber zahlreiche Unwillige zu geben. „Wir können niemanden zwingen, sich impfen zu lassen“, sagt Liliana Di Fede, Direktorin des Betriebs für Sozialdienste Bozen BSB.

Im Seniorenwohnheim Villa Serena im Stadtviertel Gries hat man einen Corona-Herd entdeckt: 26 Bewohner und 9 Mitarbeiter wurden positiv getestet.
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Im Seniorenwohnheim Villa Serena im Stadtviertel Gries hat man einen Corona-Herd entdeckt: 26 Bewohner und 9 Mitarbeiter wurden positiv getestet. - Foto: © Gemeindepresseamt
98 Prozent der Bewohner jener 4 Altersheime, die vom Betrieb für Sozialdienste Bozen BSB verwaltet werden, haben die erste Dosis des Corona-Impfstoffs erhalten.

„Wir schließen in diesen Tagen die erste Phase ab“, berichtet BSB-Direktorin Liliana Di Fede. Beim Pflegepersonal ist die Impfrate um einiges niedriger. „Etwas mehr als 70 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich zur Impfung bereit erklärt“, weiß sie.

Dieser Wert sei nicht schlecht, könnte aber besser sein, ergänzt sie.

Die Gründe der Unwilligen sind mehrere: „Sie sind gesundheitlicher Natur, aber auch gewisse Ängste spielen eine Rolle“, sagt Di Fede. Ziel des Sozialbetriebs sei es, die in der Pflege tätige Belegschaft durchzuimpfen. „Wir können aber niemanden dazu zwingen. Das Gesetz spricht dahingehend eine klare Sprache“, erklärt die Direktorin.

Sorge um Villa Serena

Aktuell ist die Corona-Lage in den 4 Altersheimen unter Kontrolle, lediglich die Einrichtung Villa Serena in der Fagenstraße bereitet Di Fede beträchtliche Sorgen. Dort wurde letzthin ein Corona-Herd ausgemacht.

26 Bewohner und 9 Mitarbeiter weisen ein positives Testergebnis auf. Sofort wurde ein Stock freigeräumt, um die Infizierten von den anderen Bewohnern isolieren zu können. „Der Großteil der Personen ist asymptomatisch, einige haben leichte Beschwerden“, berichtet Di Fede. Alle anderen Altersheime sind derzeit hingegen Covid-frei.

„Wir setzen alles daran, dass dies auch so bleibt,“ meint Di Fede. Die Erlebnisse der vergangenen Monate hätten den Mitarbeitern und Führungskräften stark zugesetzt. Vor allem die vielen verstorbenen Heimbewohner sorgen für eine überaus traurige und bedrückte Stimmung.

Hoch war die Todesrate insbesondere in der Einrichtung Don Bosco. 42 Todesfälle wurden dort während der zweiten Welle gezählt. Es sei das größte Altersheim Südtirols, sagt Di Fede. Und: „Dort ist auch die BSB-Abteilung Intensivpflege mit 42 Betten untergebracht.“ Besonders vulnerable Personengruppen werden auf dieser Abteilung rund um die Uhr betreut und gepflegt.

fin