Sonntag, 19. Juli 2020

„Pfunderer Bua“ Alois Ebner ist gestorben

In der Nacht auf Samstag ist Alois Ebner, einer der „Pfunderer Buam“, gestorben: Das teilt Obmann Roland Lang im Namen des Südtiroler Heimatbundes mit. „Alois Ebner hatte in seiner Jugend Schweres erleben müssen“, betont er.

„Pfunderer Bua“ Alois Ebner ist in der Nacht auf Samstag gestorben.
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„Pfunderer Bua“ Alois Ebner ist in der Nacht auf Samstag gestorben. - Foto: © Heimatbund
In der Nacht des 15. August 1956 waren 7 junge Bauernburschen in Pfunders, darunter Alois Ebner, vor einer Arbeiterkantine in eine Rauferei mit 2 italienischen Finanzern geraten, mit denen zusammen sie vorher ausgiebig in der Kantine gezecht hatten.

Einer der Finanzer, Raimondo Falqui, hatte Reißaus genommen, war schwer alkoholisiert davongerannt und in der Dunkelheit von einer steinernen Brücke ohne Geländer 3 Meter tief in den ausgetrockneten Roanerbach gestürzt.

Bei seinem Sturz hatte sich Falqui einen sofort tödlichen Schädelbruch zugezogen. Die spätere Untersuchung ergab, dass Falqui 1,7 Promille Alkohol im Blut gehabt hatte, also schwer betrunken gewesen war.

Die vor der Kantine Zurückgebliebenen Falquis Sturz nicht mitbekommen und gingen ebenso wie dessen Kollege nach Hause zu dem jeweiligen Bauernhof, auf dem sie arbeiteten.

Am nächsten Tag wurden die Bauernburschen als „Mörder“ verhaftet.

„Die Ermittlungen wurden so geführt, dass sie eine Mordanklage rechtfertigen sollten“, schreibt Lang in einer Aussendung. „Die These der Vernehmenden und später des Gerichtes lautete, dass Falqui zu Tode geprügelt und dann in das Bachbett geworfen worden sei.“

Ebner saß laut Lang 10 Jahre lang unschuldig in Haft; zu Weihnachten 1966 kehrte er als letzter Begnadigter heim.

fm