Den Kurs zum II. Vatikanischen Konzil haben neun Frauen und neun Männer abgeschlossen.Vom seinem Primizspruch ausgehend „Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus“ erklärte Bischof Ivo Muser, was Theologie ist undworin für ihn der Auftrag der Philosophisch-Theologischen Hochschule besteht. „Theologie und Glaube haben immer eine Mitte: Jesus Christus. Von diesem Fundament aus wird Theologie in den verschiedenen theologischen Disziplinen gelehrt, um dann die Botschaft Christi und die daraus resultierenden Konsequenzen ins Heute hinein zu tragen und Antworten auf die Glaubens- und Lebensfragen der Menschen zu geben“, so Muser. An diesen Punkt knüpfte Professor Jörg Ernesti in seinen Ausführungen an, als er von der Bedeutung des II. Vatikanischen Konzils sprach. Am 11. Oktober 2012 jährt sich zum 50. Mal die Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils. Deshalb wurde an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen ein Kurs zum Konzilsjubiläum durchgeführt. Professor Ernesti betonte, dass die Ankündigung dieses Konzils wohl unerwartet gewesen, vielleicht anfangs auch gar nicht so ernst genommen worden sei, es dann aber eine große Bedeutung bekommen habe. „Beim Konzil handelt es sich um ein Gesamtprogramm: Die Kirche reflektiert auf sich selbst, auf die ihr geschenkte Offenbarung, auf ihren Auftrag in der Welt, auf die Beziehungen zu anderen Kirchen, Religionen, Ungläubigen. Das Konzil ist eine Gesamtvision für eine erneuerte Kirche“, so Ernesti.Paul VI. habe einmal erklärt, für Johannes XXIII. sei der Begriff „aggiornamento“, Erneuerung, kennzeichnend gewesen, für ihn dagegen „approfondimento“, das vertiefendeVerstehen und konzentrierte Bearbeiten eines Problems.„Unsere Kursteilnehmer haben an beidem Anteil gehabt, am 'aggiornamento' und am 'approfondimento'. Sie haben sich anstecken lassen von dem Wunsch Johannes XXIII., die Kirche zu erneuern; sie haben über die Reform der Kirche und ihre innere Kraft zur Erneuerung nachgedacht; und sie haben im Sinne von Paul VI. approfondimento getrieben“, sagte Ernesti und brachte diesen seinen Gedanken mit einem Wunsch an die Kursabsolventen gerichtet auf den Punkt: „Tragen sie nun beides in ihre Gemeinden hinein, damit unsere Kirche sich den Menschen unserer Zeit mit jugendlichen, frischen Zügen präsentieren kann“, so Ernesti.