Die Ermittlungen hatten am 16. August begonnen, nachdem Krankenhauspersonal eine Manipulation an den Infusionsbeuteln des Mannes festgestellt hatte. Im Infusionsschlauch befand sich eine milchige Substanz, die nicht zu den verabreichten Medikamenten passte. <BR /><BR />Medizinische Untersuchungen ergaben, dass dem Patienten über längere Zeit heimlich große Mengen an Benzodiazepinen verabreicht worden waren. Dies hatte bei ihm einen schweren, ungewöhnlichen Dämmerzustand ausgelöst. Vergangene Woche verschlechterte sich sein Zustand erneut dramatisch. Der Mann, der inzwischen in einer Pflegeeinrichtung untergebracht war, verlor nach dem Trinken eines Fruchtsafts, den ihm seine Nichte angeboten hatte, das Bewusstsein und musste in die Notaufnahme gebracht werden. Der 74-Jährige berichtete den Ärzten später in einem klaren Moment, dass er jedes Mal in einen tiefen Schlaf gefallen sei, wenn seine Nichte ihm das Getränk gegeben habe.<h3> Antidepressiva, Spritzen und ein verdächtiger Suchverlauf</h3>Als die 38-Jährige anschließend erneut zu Besuch kam, wurde sie von den Carabinieri verhaftet. Bei ihr fanden sie eine gebrauchte Spritze sowie mehrere Fläschchen mit Antidepressiva. Bei einer weiteren Durchsuchung ihres Autos wurden eine zweite gebrauchte Spritze und eine leere Flasche des Fruchtsafts sichergestellt.<BR /><BR />Auf den elektronischen Geräten der Frau entdeckten die Ermittler zudem kürzlich durchgeführte Internetrecherchen zu den tödlichen Auswirkungen von Benzodiazepinen. Nach den bisherigen Ermittlungen könnte ein finanzielles Motiv hinter der Tat stehen: Die Frau soll beabsichtigt haben, vorzeitig auf das Vermögen ihres Onkels zugreifen zu können. Der Mann wurde inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen und ist m außer Lebensgefahr. Er konnte in die Pflegeeinrichtung zurückkehren. Die 38-Jährige wurde in das Gefängnis von Vercelli gebracht. Ein Ermittlungsrichter bestätigte nach Prüfung der Verhaftung die Untersuchungshaft.<BR /><BR />Darüber hinaus sorgt ein weiterer Giftmord in Italien für Aufsehen: der Rizin-Mord an Sara Di Vita und ihrer Mutter Antonella Di Ielsi <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/rizin-mord-an-mutter-und-tochter-neue-spur-im-mysterioesen-todesfall" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(mehr dazu lesen Sie hier.)</a>