Samstag, 06. Januar 2018

Pilgern ist wieder in: Rekordzahlen am Jakobsweg

2017 haben erstmals mehr als 300.000 Jakobspilger das spanische Santiago de Compostela erreicht. Das berichtete Kathpress unter Berufung auf das Schweizer Portal pilgern.ch und das Pilgerbüro in Santiago. Damit wurden die bisherigen Rekordankünfte von 2016 (278.041) und aus dem Jakobusjahr 2010 (272.417) übertroffen. Exakt 301.036 Menschen pilgerten 2017 in den Nordwesten Spaniens.

Pilgern ist wieder in. - Foto: APA (AFP)
Pilgern ist wieder in. - Foto: APA (AFP)

Die traditionelle Pilgerurkunde bekommt nur, wer anhand der Stempelfolgen im Pilgerausweis nachweisen kann, mindestens die letzten 100 Kilometer bis Santiago zu Fuß beziehungsweise 200 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt zu haben.

Die angebliche Grabstätte des heiligen Jakobus entwickelte sich neben Rom und Jerusalem im Mittelalter zu einem der drei Hauptziele der christlichen Pilgerfahrt. Im deutschen Sprachraum verstärkte der 2006 erschienene autobiografische Erlebnisbericht des TV-Entertainers Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg” eine Renaissance des Pilgerns, die inzwischen sogar Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen ist.

Von den über 300.000 Pilgern waren vergangenes Jahr 49 Prozent Frauen. 93 Prozent der Menschen pilgerten zu Fuß, rund sieben Prozent per Rad. 417 Personen legten den Weg zu Pferd zurück und 43 im Rollstuhl. Etwas mehr als die Hälfte der Jakobspilger war 30 bis 60 Jahre alt, knapp 28 Prozent waren unter 30 und 17 Prozent über 60 Jahre alt. 43 Prozent gaben religiöse Gründe für ihre Reise an, 47 Prozent religiöse und kulturelle Gründe, neun Prozent pilgerten ausschließlich aus kulturellen Gründen nach Santiago.

apa

stol