Wer zwischen 14 und 25 Jahre alt, wohnhaft und ansässig in Südtirol ist, soll künftig kostenlose Verhütungsmittel beanspruchen können. Das Angebot können altersunabhängig auch besonders schutzbedürftige Menschen nutzen, etwa Frauen, die Gewalt erlebt haben in Notlagen, oder Personen, die im Rahmen von Unterstützungsprojekten wie Alba begleitet werden. <BR /><BR />Die Landesregierung hat auf Vorschlag von Gesundheitslandesrat Hubert Messner am heutigen Freitag dazu das Pilotprojekt „Förderung der sexuellen, reproduktiven und partnerschaftlichen Gesundheit sowie Zugang zu kostenloser Verhütung“ genehmigt. Damit setzt das Land ein Gesetz von 2025 um, das die Möglichkeit kostenloser Verhütungsmittel vorsieht. Das Projekt startet am 1. September 2026 und läuft vorerst ein Jahr. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1325916_image" /></div> <h3> „Selbstbestimmte und informierte Entscheidungen treffen“</h3>Mit diesem Pilotprojekt setze das Land ein Vorhaben aus dem Landesgesetz zu den Familienberatungsstellen vor einem Jahr um und setze ein starkes Signal für Prävention und Gesundheitsförderung, sagt Landesrat Messner: „Wir wollen jungen Menschen den Zugang zu Verhütungsmitteln erleichtern und sie unterstützen, selbstbestimmte und informierte Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig wollen wir helfen, sexuell übertragbaren Krankheiten vorzubeugen und ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden“, betont Messner.<BR /><BR />Das Projekt sieht vor, dass die Antibabypille, der Vaginalring, das Hormonpflaster, subkutane Implantate und Spiralen den Anspruchsberechtigten kostenlos bereitgestellt werden. Auch Kondome werden direkt über die teilnehmenden Familienberatungsstellen ausgegeben und können auch ergänzend zu anderen Verhütungsmethoden bezogen werden. Jugendliche und junge Erwachsene aller Geschlechter, vorausgesetzt sie sind anspruchsberechtigt, sollen gleichermaßen Zugang zu den Verhütungsmitteln haben, und zwar nach ärztlichem Ermessen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1325919_image" /></div> <BR /><BR />In der ersten Phase beteiligen sich die privat konventionierten Familienberatungsstellen sowie die Mädchenambulanzen in den Krankenhäusern Brixen, Sterzing und Innichen. Danach soll das Projekt auch auf die öffentlichen Familienberatungsstellen des Südtiroler Sanitätsbetriebs ausgeweitet werden. <h3> Beratung und Untersuchungen</h3>In den beteiligten Einrichtungen werden Anspruchsberechtigte individuell, auf die jeweilige Situation abgestimmt, verpflichtend beraten und gynäkologisch untersucht. Letzteres ausgenommen bei der Bereitstellung von Kondomen. Nach Ermessen kann die Gynäkologin oder der Gynäkologe dann ein Verschreibungsblatt ausstellen, mit dem man das verschriebene Verhütungsmittel innerhalb von 30 Tagen kostenlos in den öffentlichen oder privaten vertragsgebundenen Apotheken bekommt. Kondome werden an Anspruchsberechtigte direkt von den Beratungsstellen ausgegeben. <BR /><BR />Ein Fokus liegt zudem auf Aufklärung, Sexualerziehung und persönlicher Beratung, immer mit dem Ziel, sexuelle und reproduktive Gesundheit junger Menschen zu fördern, über den korrekten Nutzen von Verhütungsmethoden zu informieren und ungewollte Schwangerschaften sowie sexuell übertragbare Infektionen zu verringern. <BR /><BR />Für das erste Jahr werden in das Projekt rund 500.000 Euro investiert. Nach der Pilotphase werden die Ergebnisse ausgewertet. Bei positiver Bewertung kann das Projekt verlängert oder dauerhaft in das Leistungsverzeichnis des Landes aufgenommen werden.