Mittwoch, 27. September 2017

„Pilzemafia“ macht Tirols Wälder unsicher

Die Tiroler Tageszeitung ( TT) berichtet in ihrer Mittwochausgabe von immer dreisteren Pilzesammlern aus Italien, die Tirols Wälder, hauptsächlich in den Grenzgebieten, systematisch nach Pilzen durchforsten.

Die „Pilzemafia“ macht Tirols Wälder unsicher und wendet teils illegale Methoden beim Pilzesammeln an.
Die „Pilzemafia“ macht Tirols Wälder unsicher und wendet teils illegale Methoden beim Pilzesammeln an. - Foto: © shutterstock

Die Pilztouristen, die in Gruppen organisiert anreisen, würden sich in Ferienwohnungen einmieten und dann die Wälder systematisch nach den begehrten Steinpilzen und Pfifferlingen durchforsten, berichtet die „TT“ weiter. Besonders betroffen seien die Grenzgebiete in Osttirol und im Wipptal. 

Nach erfolgreicher Suche werden die Schwammerln und Pilze noch an Ort und Stelle oder spätestens in der Wohnung mit Hilfe von extra mitgebrachten Equipment, wie Dörrapparaten getrocknet und vakuumiert. Nach erfolgreichem „Pilzurlaub“ kehren die teils aggressiv vorgehenden „Schwammerlklauber“ dann nach Italien zurück, wo sie ihre reiche „Beute“ lukrativ und teuer verkaufen.

Methoden teils illegal

Die Methoden, die sie beim Pilzesammeln anwenden, sind nicht legal. Sie benutzen Rechen, wodurch der Waldboden zerstört wird. Außerdem sammeln sie mehr als die erlaubten 2 Kilogramm pro Person und Tag. Im vergangenen Jahr erwischte die Bergwacht in Osttirol einen Italiener, der 26 Kilogramm Pilze im Auto mit sich führte. Die Pilze wurden beschlagnahmt. 

Strafen bis zu 25.000 Euro

Die empfindlichen Strafen von bis zu 25.000 Euro scheinen die Pilztouristen also nicht von ihren illegalen Methoden abzuhalten. Laut der „TT“ hat es die Pilzmafia eher auf Tirol als auf Südtirol abgesehen, da hierzulande die Strafen und der Aufwand höher sei. 

In Südtirol gibt es klare Regeln: Einheimische ab 14 Jahren dürfen bis zu 2 Kilogramm, Touristen bis zu einem Kilogramm nur an geraden Tagen zwischen 7.00 und 19.00 Uhr sammeln. 

stol

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