Sein Nachbar Johan Stander berichtete am Montag in Pretoria über den aufgeregten Anruf in den Morgenstunden des 14. Februar 2013: „Bitte kommen Sie zu meinem Haus. Ich habe Reeva erschossen. Ich dachte, sie sei ein Einbrecher. Bitte kommen Sie schnell“, habe Pistorius gesagt.Stander und seine Tochter Carice Viljoen waren die ersten, die nach den tödlichen Schüssen das Haus von Pistorius betraten.„Wir sahen Oscar, wie er die Treppe herunterstieg mit der jungen Frau in seinen Armen... Sie blutete. Sie hatte eine Kopfwunde“, berichtete der Ex-Manager der Wohnanlage Silverwoods, in der sich das Haus von Pistorius befindet.Beide wohnten damals etwa 450 Meter voneinander entfernt. Pistorius habe wie ein „völlig gebrochener“ Mann gewirkt.„Bleib bei mir, meine Liebe, bleib bei mir“, habe Pistorius weinend gestammelt. Im Gesicht von Pistorius habe man die „vollkommene Verzweiflung“ lesen können.„Ich habe die Wahrheit gesehen an diesem Morgen, ich sah es und fühlte es“, so der Zeuge der Verteidigung.Auch Standers Tochter berichtete, dass Pistorius außer sich gewesen sei. Er habe nur gewollt, dass die blutende Freundin rasch in ein Krankenhaus gebracht werde.„Er bettelte darum, dass ich sie in meinem Wagen zum Spital fahre“, schilderte Carice Viljoen das Geschehen. Ihr Vater habe dann telefonisch einen Notarztwagen gerufen.Bei der Befragung durch Staatsanwalt Gerrie Nel allerdings musste Stander zugeben, widersprüchliche Angaben über Details gemacht zu haben.Dabei ging es um die Frage, ob er oder seine Tochter im Verlauf der Nacht wen und wann angerufen hatten oder wie der genaue Wortlaut der Sätze von Pistorius gewesen war.apa/dpa