Montag, 03. Januar 2022

Plage: Heuer mehr Prozessionsspinner

Für die Prozessionsspinner war das Wetter des vergangenen Jahres günstig: Die Abteilung Forstwirtschaft meldet einen Anstieg des Befalls der Plagegeister. Ihre Brennhaare können bei Mensch und Tier unangenehme Reaktionen auslösen.

Die Prozessionsspinner bauen ihr typisches weißes Nest auf Kiefern.
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Die Prozessionsspinner bauen ihr typisches weißes Nest auf Kiefern. - Foto: © LPA/Abteilung Forstwirtschaft
Im Winter führen die Forstinspektorate jährlich genaue Untersuchungen zum Befall des Prozessionsspinners in den heimischen Wäldern durch. Die Falter werden mit Pheromonfallen angelockt und der Bestand anschließend ausgewertet.

„Heuer konnte eine starke Vermehrung der Prozessionsspinner festgestellt werden. Diese ist hauptsächlich auf die günstige Witterung des vergangenen Jahres zurückzuführen“, erklärt Land- und Forstwirtschaftslandesrat Arnold Schuler.

Die Prozessionsspinner sind in Südtirol seit jeher ein Problem, das vermehrt die Kieferwälder betrifft. Bereits 1822 wurde eine Verordnung zur Bekämpfung erlassen. Erste Massenvermehrungen in den Schwarzkieferwäldern im Vinschgau wurden 1998 verzeichnet. Erkennbar ist der Befall vor allem an den weißen Nestern auf den Nadelbäumen, die die Raupen als watteähnliche Gebilde zu ihrem Schutz bauen.

Brennhaare der Raupen für Menschen unangenehm

Die Raupen des Prozessionsspinners ernähren sich von den Nadeln der Kiefer und schwächen diese dadurch, in der Regel sterben die Bäume aber nicht ab, jedenfalls nicht sofort. Bei Menschen können die Brennhaare der Raupen hingegen unangenehme Reaktionen hervorrufen. Die Symptome reichen von Juckreiz über Hautreizungen bis hin zu möglichen Schleimhautentzündungen oder asthmatischen Beschwerden. „Der Kontakt mit den Raupen muss gemieden werden“, warnt Landesrat Schuler.

Um die Raupenspinner zu bekämpfen sei langfristig gesehen die Umwandlung der einförmigen Schwarzkieferforste in naturnahe, stabile laubholzreiche und strukturierte Mischbestände die erfolgreichste Maßnahme, heißt es in einer Mitteilung der Landespresseagentur.

Auch heuer hat die Abteilung Forstwirtschaft für die Anreicherung der Schwarzkieferwälder mit Laubholz 150.000 Euro investiert. Für weitere Maßnahmen, die direkt gegen die Prozessionsspinner durchgeführt werden, benötige es laut dem Direktor der Abteilung Forstwirtschaft Günther Unterthiner eine Bewertung der Entwicklung im Spätwinter.

lpa/stol