Die Kosten pro Bett und Tag sind in zehn Jahren im Schnitt um 29 Prozent oder 5.405 Euro im Jahr gestiegen; bei privaten Heimen sind es 36 Prozent bzw. 7.241 Euro. 2027 steht eine weitere Teuerung ins Haus. Um die letzten zwei Euro pro Tag und Bett aus der Inflationsanpassung für Mitarbeiter aufzufangen, klettert der erlaubte Höchsttagessatz auf 84 Euro. Von diesen sind viele Heime zwar noch entfernt, aber längst nicht mehr alle.<BR /><BR />Doch der Reihe nach: Der Rat der Gemeinden hat auf seiner jüngsten Sitzung der Anhebung des Maximaltarifs für 2027 pro Bett am Tag in einem Seniorenheim von 82 auf 84 Euro zugestimmt. „82 Euro verlangt derzeit kein einziges Heim“, betont Landesrätin Rosmarie Pamer. Aber es gibt einige private Heime, die ihm bereits nahekommen wie die Villa Melitta (81 Euro) und der Grieserhof (80 Euro) in Bozen, gefolgt von Villa Eden, Martinsbrunn, St. Josef und Bethanien (je 78 Euro) in Meran.<BR /><BR /> Im Schnitt schlägt sich ein Platz in einem privat geführten Heim mit 74,36 Euro am Tag zu Buche, in einem öffentlichen Heim sind es mit 63,71 Euro deutlich weniger. Im Schnitt fallen 66,44 Euro pro Tag und Bett an. Auf das Jahr umgelegt sind das 24.250 Euro, die ein Heimbewohner für seine Pflege berappen muss; in einem privaten Heim sogar 27.141 Euro. Kann die ältere Person den Betrag nicht stemmen, werden die Familienangehörigen je nach EEVE in die Pflicht genommen. Reicht auch das nicht, muss die Wohnsitzgemeinde einspringen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1340736_image" /></div> <h3> Kosten für Heimplatz um 29 Prozent gestiegen</h3>In den letzten zehn Jahren sind die Kosten für einen Heimplatz im Schnitt um 14,81 Euro (29 Prozent) pro Tag/Bett gestiegen, was im Jahr einem Plus von 5.405 Euro für die Bewohner entspricht. In privaten Heimen lag die Teuerung gar bei 19,84 Euro (36 Prozent) pro Tag/Bett. Das sind 7.241 Euro im Jahr. In öffentlichen Heimen wurde eine deutlich kleinere Steigerung von 12,93 Euro (25 Prozent) am Tag bzw. 4.719 Euro im Jahr verzeichnet.<BR /><BR />Auffallend: Die Hälfte der durchschnittlichen Steigerung von 14,81 Euro in zehn Jahren wurde mit 7,80 Euro in den letzten beiden Jahren verzeichnet. Sowohl Pamer als auch die Präsidentin des Verbandes der Seniorenheime schreiben dies den Inflationsanpassungen im bereichsübergreifenden Vertrag zu. 90 Prozent der Mehrkosten von 70 Mio. Euro stemmte das Land; zehn Prozent müssen die Heime aufbringen. Und zwar vier Euro pro Tag/Bett 2025 und drei Euro pro Tag/Bett 2026 und zwei Euro pro Tag/Bett im Jahr 2027. „Jedes Heim muss selbst schauen, wie es zu einer ausgeglichenen Bilanz kommt. Es ist aber wahrscheinlich, dass die Tarife 2027 erneut um etwa zwei Euro steigen“, so Ladurner. Klingt nach wenig. Aufs Jahr berechnet sind das aber 730 Euro mehr zu Lasten der Heimbewohner oder deren Angehörigen.<BR /><BR />Mindestens. Es gab nämlich Heime, die ihre Tarife in den letzten zwei Jahren um deutlich mehr als 7,80 Euro gesteigert haben. In Brixen gab es 2025 im Hartmannsheim eine Steigerung von 13,36 Euro, im Sanatorium waren es 11,63 Euro und im Bürgerheim 11,07 Euro. In Meran hob 2025 Bethanien seinen Tagestarif um 8,50 Euro an, Martinsbrunn um 7,87 Euro. Beide Heime legten 2026 aber noch einmal mit fünf bzw. 5,50 Euro nach. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1340739_image" /></div> <h3> Lokales Gefälle zwischen den Seniorenheimen</h3>Auffällig ist das lokale Gefälle zwischen den Seniorenheimen. Ist man in einigen Bozner und Meraner Privatheimen fast 80 Euro am Tag schuldig, so kostet ein Bett im Seniorenheim St. Martin in Thurn nur schlappe 48,5 Euro, in St. Pankraz sind es 52,50 Euro, in St. Pauls 52 Euro und in Bozen Firmian 53 Euro. Leistbares Altern wird für Senioren und Familien mitunter auch eine Standortfrage. <BR /><BR />Bleibt zu sagen, dass die Inflationsanpassungen im öffentlichen Dienst zwar alle Mitarbeiter in den Seniorenheimen erhalten haben, reale Lohnerhöhungen gab es dort aber nur für den pflegenden Bereich. „Um am Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, brauchen wir aber auch reale Lohnerhöhungen für alle anderen Berufe wie Küche, Reinigung oder Verwaltung“, so Ladurner. Dann freilich drehe sich die Kostenspirale erneut.