Dienstag, 01. Oktober 2019

Pleite kostet Südtirols Hotels (bis jetzt) eine Million Euro

Durch die Pleite des britischen Touristikkonzerns Thomas Cook kommen nicht nur die Reisenden zu Schaden, sondern auch die Hotelbetriebe.

Die Thomas-Cook-Pleite betrifft auch Südtiroler Hotels.
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Die Thomas-Cook-Pleite betrifft auch Südtiroler Hotels. - Foto: © APA (dpa) / Silas Stein

Zur Erinnerung: Der weltweit älteste Reisekonzern Thomas Cook (1841 gegründet) ist pleite. Die Auswirkungen werden natürlich auch jene Südtiroler Reisenden zu spüren bekommen, die ihren Urlaub über Thomas Cook bzw. Tochterfirmen wie Neckermann usw. gebucht haben.

Davon betroffen könnten gar einige hundert Südtiroler sein, wenn man bedenkt, dass die Herbstferien anstehen und in der westlichen Landeshälfte viele Hotelbetriebe schließen und die Betreiber ihren Urlaub schon gebucht haben.

Aber nicht nur die Südtiroler, die in den Urlaub fahren, sind betroffen, sondern auch viele heimische Hotelbetriebe. Wenn nämlich ein Südtirol-Urlaub über Thomas Cook (oder Neckermann usw.) gebucht wurde, ist die Gefahr groß, dass der Hotelier aufgrund der Thomas-Cook-Pleite auf seinen gebuchten Zimmern sitzen bleibt, oder für bereits erhaltene Dienstleistungen kein Geld mehr von Thomas Cook erhält.

„Sicher noch nicht das Ende erreicht“

„Bei uns haben sich bis dato 30 Mitgliedsbetriebe gemeldet, die davon betroffen sind“, sagt Thomas Gruber, Direktor des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV). Der entstandene Schaden liege bei diesen Betrieben bei insgesamt einer Million Euro. „Damit ist aber sicher noch nicht das Ende erreicht“, glaubt Gruber. Der HGV-Direktor ist sich sicher, dass sich in den kommenden Tagen noch weitere betroffene Hoteliers melden würden, und damit die Schadenssumme noch deutlich nach oben korrigiert werden müsse.

Was kann man den betroffenen Betrieben empfehlen? „Wir können ihnen derzeit noch nicht sagen, dass sie sich beim Insolvenzverfahren beteiligen bzw. einen Forderungsantrag hinterlegen sollen“, sagt Gruber, zumal noch keine offizielle Mitteilung von Thomas Cook an die betroffenen Betriebe ergangen sei. Erst danach könne man eine Empfehlung abgeben, so Gruber. „Wie bei einem solchen Insolvenzverfahren die Chancen schlussendlich ausschauen, steht aber in den Sternen.“ Nichtsdestotrotz werde sich der HGV bemühen, die betroffenen Betriebe so gut wie möglich zu unterstützen, sagt der HGV-Direktor.

Am Dienstag Treffen mit Tourismusministerium

Inzwischen empfiehlt Gruber jene Gäste zu kontaktieren, die ihren Urlaub über Thomas-Cook-Kanäle gebucht hätten und demnächst nach Südtirol kommen würden, um ihnen zu sagen, dass sie ihren Urlaub dem Hotel vor Ort zahlen müssen, da von Thomas Cook kein Geld zu erwarten sei. „Es gibt durchaus einige Urlauber, die trotzdem kommen, auch wenn sie bei Thomas Cook schon eine Anzahlung oder mehr getätigt haben.“

Aber auch auf gesamtstaatlicher Ebene bleibt man nicht untätig: Heute findet in Rom ein Treffen des Hoteliersverbandes Federalberghi mit dem Tourismusministerium statt, um einen eventuellen Notfallplan für die geschädigten Betriebe in Aussicht zu stellen.

sor