Die Zahlen stammen aus dem Halbjahresbericht des staatlichen Sonderkommissars für Abgängige. Er koordiniert die Suche nach Vermissten, vernetzt die Behörden und unterstützt die Angehörigen.<BR /><BR />Seit 1974 wird die Anzahl der in Italien vermissten Personen erfasst. Aus den Daten geht hervor, dass in Südtirol seit damals insgesamt 2.323 Personen als vermisst gemeldet wurden – 1.272 Erwachsene und 1.051 Minderjährige. 91 Prozent der Abgängigen konnten gefunden werden. Von den 85 Erwachsenen, die seit Anfang Jänner bis Ende Juli als vermisst gemeldet wurden, wurden 76 Prozent gefunden, von den 83 vermissten Minderjährigen 83 Prozent. <BR /><BR />In ganz Trentino-Südtirol gingen im selben Zeitraum insgesamt 381 Vermisstenmeldungen ein. 314 Personen wurden gefunden, vier von ihnen konnten nur mehr tot geborgen werden. Von den nach wie vor 67 Vermissten in der Region waren sechs Prozent zum Zeitpunkt ihres Verschwindens jünger als 13 Jahre, 43,3 Prozent waren im Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Je 20,9 Prozent der Abgängigen entfielen auf die Altersklasse 18 bis 34 bzw. 35 bis 64 Jahre, und neun Prozent waren älter als 65.<BR /><BR />Von den in den vergangenen eineinhalb Jahren verschwundenen Erwachsenen, nach denen noch gesucht wird, sind 22 italienische Staatsbürger, bei den Minderjährigen sind es acht. Vier von ihnen sind seit mehr als einem Jahr abgängig. Nach wie vor gesucht wird auch nach zwölf ausländischen Erwachsenen, die im selben Zeitraum als vermisst gemeldet worden waren, sowie nach 25 ausländischen Minderjährigen. Von letzteren sind sieben seit mehr als einem Jahr abgängig. 16 der 67 Abgängigen in Trentino-Südtirol sind erwachsene Frauen, zwölf Mädchen.<BR /><BR />Die Gründe für das Verschwinden der 381 Personen in der Region wurden ebenfalls erfasst: 303 Personen hatten sich aus freien Stücken entfernt und waren deshalb kurzzeitig unauffindbar. 42 weitere Personen verschwanden, um sich einem Familienkonflikt zu entziehen. In 27 Fällen bestand der Verdacht oder lag die Diagnose vor, wonach der Abgängige psychische Probleme hatte. In einem Fall blieb der Grund für das Verschwinden ungeklärt, und in acht Fällen kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine Straftat dem Verschwinden des Betroffenen zugrunde liegen könnte, beispielsweise Kindesentziehung durch ein Familienmitglied.