Montag, 13. Juli 2015

Pluto bekommt erstmals Besuch von der Erde

Rund 85 Jahre nach seiner Entdeckung bekommt die Menschheit wohl endlich eine Nahaufnahme von Pluto. Eine seit mehr als neun Jahren reisende Sonde soll so nah an dem Zwergplaneten vorbeirasen wie noch nie ein Flugkörper – und viele Rätsel lösen.

Foto: Screenshot
Foto: Screenshot

Als „New Horizons“ losflog, war Pluto noch ein Planet. Im Januar 2006 startete die Nasa-Sonde vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida, sieben Monate später degradierte die Internationale Astronomische Union (IAU) den vergleichsweise kleinen Pluto zum Zwergplaneten.

Eigentlich hatte die US-Raumfahrtbehörde mit der rund 700 Millionen Dollar teuren Mission die Ersterkundung aller neun Planeten abschließen wollen, jetzt waren es plötzlich nur noch acht. Trotzdem gilt der erste Besuch eines irdischen Flugkörpers bei Pluto und seinen fünf Monden am kommenden Dienstag (14. Juli) als Meilenstein der Raumfahrtgeschichte.

"Absolut verblüffend"

„Ich habe immer gesagt, dass wir einen Pluto finden würden, der mit zwei Wörtern beschrieben werden kann: etwas Wunderbares“, sagte Missionsleiter Alan Stern der „New York Times“. „Und das stellt sich jetzt als komplett wahr heraus. Das Pluto-System ist absolut verblüffend.“

Seit mehr als neun Jahren ist „New Horizons“ (Neue Horizonte) unterwegs, hat rund fünf Milliarden Kilometer zurückgelegt und ist an Mars, Saturn, Uranus, Jupiter und Neptun vorbeigeflogen, bevor nun endlich das mit Spannung erwartete Ziel der langen Reise ansteht: Auf rund 12.000 Kilometer soll sich „New Horizons“ dem Pluto nähern und ihn mit seinen sieben wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen. Wenn man aus dieser Distanz auf Manhattan schauen würde, erklärt Wissenschaftler Stern, könnte man die Seen im Central Park ausmachen.

Mission bleibt spannend

Aber die Mission bleibt bis zur letzten Sekunde spannend. Weil die etwa Klavier-große und rund 500 Kilogramm schwere Sonde mit rund 50 000 Kilometer pro Stunde unterwegs ist, könnte schon ein Zusammenstoß mit einem Objekt so klein wie ein Reiskorn das ganze Vorhaben zu Fall bringen.

Vor wenigen Tagen gab es dann auch noch einen technischen Fehler, den die Nasa aber wieder beheben konnte. Er sei „ziemlich zuversichtlich“, dass alles gut geht, gibt sich Forscher Stern gelassen.

apa

stol