Donnerstag, 13. Februar 2020

Politische Folgen nach rasanter Ausbreitung des Coronavirus

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus hat in China zu ersten Konsequenzen geführt. Der oberste politische Chef der von der Epidemie besonders hart getroffenen Provinz Hubei wurde abgesetzt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag meldete. Die Behörden in Hubei hatten zuvor einen sprunghaften Anstieg der Todesfälle um 242 bekanntgegeben. Offiziell starben damit mindestens 1355 Menschen.

Ansteckungsgefahr in der Provinz Hubei weiterhin sehr groß.
Ansteckungsgefahr in der Provinz Hubei weiterhin sehr groß. - Foto: © APA (Archiv/AFP) / STR
Der Sekretär der Kommunistischen Partei für Hubei, Jiang Chaoliang, wurde durch den Bürgermeister von Shanghai, Ying Yong, ersetzt. Der Gesundheitsausschuss der Provinzregierung teilte ferner mit, dass in Hubei weitere 14.840 Fälle von Ansteckungen mit dem Erreger bestätigt worden seien. Die offizielle Gesamtzahl der Krankheitsfälle in Festlandchina stieg damit auf fast 60.000. Die allermeisten Todes- und Infektionsfälle treten weiterhin in Hubei auf. Die Behörden haben die Provinz weitgehend von der Außenwelt abgeschottet.

Die jüngste besonders deutliche Zunahme der Toten- und Infektionszahlen hängt nach Angaben der Behörden damit zusammen, dass die Mediziner inzwischen die Verfahren zur Diagnose des Virus Covid-19 ausgeweitet haben. Demnach wird mittlerweile nicht nur das Standardverfahren des Nukleinsäure-Tests angewendet, sondern auch sogenannte Bildgebungsverfahren zur Untersuchung der Lunge.

Panik nicht angebracht

Auch wenn das neue Coronavirus für Schlagzeilen sorgt, Panik ist nicht angebracht. Zu große Sorgen sollte man sich nach den derzeit vorliegenden Informationen bezüglich 2019-nCoV nicht machen, meinte auch der Wiener Virologe Kistner, ehemals beim Pharmakonzern Baxter in Wien maßgeblich an der Entwicklung für neuartige Impfstoffe gegen virale Erreger beteiligt.

Der Lehrende an der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien erklärte: „Bei SARS gab es zwischen 1. November 2002 und 31. Juli 2003 weltweit 8.096 Erkrankungen. Tödlich endeten 774, was einer Mortalität von 9,6 Prozent entsprach. MERS hatte zwischen September 2012 bis 15. Jänner 2020 in 27 Staaten 2.506 Erkrankungen als Folge. Davon endeten 862 oder 34,4 Prozent fatal. Von 31. Dezember 2019 bis 11. Februar wurden in China 42.708 von der WHO bestätigte Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus registriert - bei 1.017 Todesfällen. Das entspricht einer Mortalität von 2,4 Prozent. In 24 anderen Staaten gab es bis dahin 395 Fälle, ein Erkrankter starb. Das bedeutet eine Mortalität von 0,3 Prozent.“

Im Vergleich seien von der jährlich auftauchenden echten viralen Grippe dagegen etwa eine Milliarde Menschen betroffen, wobei drei bis fünf Millionen Menschen so schwerwiegend erkranken, dass ein Spitalaufenthalt nötig ist.





apa

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