Der Fall Chico Forti könnte eine neue Wendung nehmen. Der 66-jährige Ex-Surfer, Unternehmer und TV-Produzent, der im Jahr 2000 in den USA wegen Mordes an dem Australier Dale Pike zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, hofft auf eine baldige Freilassung aus dem Gefängnis Campone in Verona. Dort sitzt er seit Mai 2024 seine Strafe nach italienischem Recht ab, nachdem er aus den USA überstellt worden war.<BR /><BR />Fortis Anwälte argumentieren, dass ihr Mandant in den Vereinigten Staaten bereits mehr Zeit verbüßt habe, als ein italienisches Gericht für einen vergleichbaren Mordfall verhängt hätte. Das Überwachungsgericht prüft nun die rechtlichen Voraussetzungen, darunter mögliche Auflagen wie Meldepflichten oder Bewegungsbeschränkungen.<h3> Mord an Dale Pike ereignete sich 1998</h3>Der Mord an Dale Pike ereignete sich 1998 im Zusammenhang mit einem geplanten Hotelgeschäft in Florida. Forti hat die Tat stets bestritten. Der Prozess in den USA war über Jahre hinweg Gegenstand heftiger Debatten in Italien. Politiker, insbesondere aus dem rechten Lager, forderten eine Neubewertung und setzten sich für seine Überstellung ein. <BR /><BR />Premierministerin Giorgia Meloni machte den Fall schließlich zu einer politischen Mission und ließ Forti im Mai 2024 mit einem Staatsflugzeug nach Italien bringen. Ihre persönliche Begrüßung am Flughafen löste teils heftige Kritik aus, da Forti nach US-Recht weiterhin als verurteilter Mörder gilt.<h3> Was passiert nun?</h3>Im Gefängnis in Verona hat Forti nach Angaben aus Justizkreisen ein angepasstes Leben geführt. Er besuchte Bibliothek und Kurse, arbeitete an einer Autobiografie und durfte in Ausnahmefällen nach Trient reisen, um seine hochbetagte Mutter zu sehen.<BR /><BR />Für die italienische Justiz geht es nun um die Frage, ob die Voraussetzungen für eine bedingte Entlassung erfüllt sind. Justizminister Carlo Nordio betonte zuletzt, dass die Überstellung „auf Grundlage eines ehrlichen und vollständigen Abkommens mit den USA“ erfolgt sei – und Forti seine Strafe nach den Regeln des italienischen Rechts verbüße.<BR /><BR />Eine Entscheidung des Überwachungsgerichts in Verona wird in Kürze erwartet.