Im Rahmen der <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/polizeiskandal-beamte-verkaufen-heimlich-daten-von-fussballstars-promis" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Polizeiaktion unter der Leitung des neapolitanischen Staatsanwaltes Vincenzo Piscitelli,</a> der der Arbeitsgruppe für Cyber-Kriminalität vorsteht, sollen über eine Million unberechtigte Zugriffe festgestellt worden sein – auf die Datenbank der Polizei, der Sozialversicherungsanstalt NISF/INPS und der Agentur der Einnahmen. <BR /><BR /> Die Fahnder der Staats- und Postpolizei – unterstützt von der staatlichen Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft von Mailand – haben bei Hausdurchsuchungen sogar eine Excel-Datei mit einer Preisliste gefunden.<BR /><BR /> Sechs bis elf Euro mussten die Käufer für einen Zugriff auf die Datenbanken des NISF/INPS, der Post oder der Steuerbehörde hinblättern, 25 Euro kostete hingegen ein Blick in die Datenbank der Polizei. Anhand der Unterlagen konnten auch einige der mutmaßlichen Abnehmer ausgeforscht werden. Unter diesen sollen sich zehn Detekteien befinden, die die Informationen an ihre Kunden weitergegeben hätten.<h3>Über eine Million vertrauliche Datensätze verkauft</h3> „Es ist gelungen, einen Server in Norditalien zu beschlagnahmen, über den diese Daten weitergeleitet wurden“, erklärte der Leitende Staatsanwalt von Neapel, Nicola Gratteri, gestern auf einer Pressekonferenz. „Über eine Million vertrauliche Datensätze wurden an private Agenturen verkauft. Es gibt Tausende von Geschädigten.“ <BR /><BR />Unter den Opfern sind auch viele VIPs: Fußballspieler, Ex-Fußballspieler, Sänger und Schauspieler. Ermittelt wird wegen des Verdachts auf Bandenbildung zum unbefugten Zugriff auf IT-Systeme, Bestechung und Verletzung des Amtsgeheimnisses. <h3> Verdächtiger auch in Südtirol</h3>Die mutmaßliche kriminelle Vereinigung soll Mitglieder in Kampanien, Rom, Ferrara und Belluno, aber auch einen Vertreter in Südtirol gehabt haben. Es handelt sich um einen aus Apulien gebürtigen 60-Jährigen. Ihm wird zur Last gelegt, zuerst als Mitarbeiter einer Detektei und dann als Unternehmer vertrauliche Daten erhalten, aufbewahrt und an andere Mitglieder der Vereinigung sowie an Kunden weitergeben zu haben. Er wurde angezeigt.<BR /><BR />Im Visier der Ermittler stehen weiters Mitarbeiter der Agentur der Einnahmen, der Post, des NISF/INPS und – besonders bitter für die Ermittler – auch Polizeibeamte. „Wir haben eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Zugriffen durch zwei Polizisten festgestellt. In zwei Jahren haben sie den Zugang zur Datenbank jeweils über 600.000-mal bzw. 130.000-mal missbraucht – jedoch ohne dienstlichen Grund“, erklärte dazu Fahndungsleiter Mario Grassia. <BR /><BR />Staatsanwalt Piscitelli ergänzte: „Der Polizei ist es gelungen, die Kollegen zu identifizieren, die gegen die Zugangsregeln verstoßen haben. Für vertrauliche Informationen gibt es offenbar es einen florierenden Markt.“