<BR /> Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Beamte am 26. Jänner auf den mutmaßlichen Drogenhändler geschossen haben, obwohl dieser unbewaffnet war. Anschließend habe er eine Spielzeugnachbildung einer Beretta 92 neben der Leiche platziert, um Notwehr vorzutäuschen. Er gab an, das Opfer habe eine Waffe gezogen und auf ihn gerichtet, woraufhin er aus Angst geschossen habe.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1280799_image" /></div> <BR /><BR />Ermittlungen der Mailänder Staatsanwaltschaft sowie Zeugenaussagen widersprechen dieser Darstellung. Zudem soll der Beamte erst 23 Minuten nach den Schüssen Hilfe gerufen haben. Drei weitere Polizisten, darunter eine Polizistin, räumten inzwischen ein, die falsche Version des Geschehens unterstützt zu haben. Gegen sie wird wegen Begünstigung und unterlassener Hilfeleistung ermittelt. Untersuchungen ergaben laut Staatsanwaltschaft, dass auf der neben dem Opfer gefundenen Schreckschusspistole DNA-Spuren des Beschuldigten, nicht jedoch des Getöteten, vorhanden waren. Ermittler vermuten zudem, dass Cinturrino Drogendealer in Rogoredo erpresste und sie zwang, ihm Geld und Drogen zu beschaffen. Das Gebiet gilt als größter Drogenumschlagplatz der Lombardei.<BR /><BR />Mailands Polizeichef Bruno Megale kündigte ein „rigoroses“ Vorgehen an. Es werde keine „Korpsmentalität“ geben, und eigene Fehler würden konsequent verfolgt. Auch Staatsanwalt Marcello Viola sprach von „Bitterkeit“ angesichts der schwerwiegenden Vorwürfe gegen einen Polizisten, betonte jedoch, dass ohne Nachsicht ermittelt werde. Die Untersuchungen zu möglichen weiteren Vorfällen in der Mailänder Polizei dauern an.<BR /><BR />Vizepremier und Lega-Chef Matteo Salvini zeigte sich über den Vorfall erschüttert: „Ich denke vor allem an die Hunderttausenden Menschen in Uniform, die heute in ganz Italien auf der Straße und an Bahnhöfen im Einsatz sind und ihr Leben riskieren, um andere zu retten. Sollte sich Cinturrinos kriminelles Verhalten bestätigen, wäre das eine Beleidigung für seine Kollegen in Uniform“, betonte Salvini.