Donnerstag, 28. Juni 2018

Pollen: Worauf Allergiker im Sommer achten sollen

Während der Sommermonate können Pollen von krautigen Pflanzen wie Wegerich, Brennnesselgewächsen und Beifuß bei Allergikern Beschwerden verursachen. Noch bis Oktober beobachtet das Biologische Landeslabor den Pollenflug. Brennnesselgewächse und Ambrosie verlängern die Heuschnupfen-Saison.

Mit Fuchsin gefärbte Ambrosia-Pollen. - Foto: LPA/Edith Bucher
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Mit Fuchsin gefärbte Ambrosia-Pollen. - Foto: LPA/Edith Bucher

Bei der Beifußblättrigen Ambrosie (Traubenkraut, Ragweed) handelt es sich um eine invasive Pflanzenart, die ursprünglich aus Nordamerika stammt und im Spätsommer (August-September) blüht. In ihren Blütenrispen produziert sie Unmengen an aggressiven Pollen, die starke allergische Reaktionen bis hin zum Asthma auslösen können. Dadurch verlängert der Ambrosia-Pollenflug bei sensiblen Personen die Heuschnupfen-Saison bis in den Herbst hinein.

Die Blütenstände der Ambrosie können im Spätsommer starke allergische Reaktionen hervorrufen. Foto: LPA/Edith Bucher

„Tatsächlich scheint die Reizschwelle zur Auslösung einer Pollenallergie bei Ambrosia-Pollen wesentlich geringer zu sein als bei anderen Pollenallergien. Der Kontakt mit der Pflanze kann außerdem allergische Hautreaktionen hervorrufen“, berichtet Edith Bucher vom Polleninformationsdienst der Landesumweltagentur, das den Pollenflug des Traubenkrautes im Spätsommer schon seit über 20 Jahren aufmerksam beobachtet.

Nur wenige Standorte in Südtirol

Für Südtirol könne jedoch Entwarnung gegeben werden: Die einjährige Pflanzenart wurde in Südtirols Haupttälern bisher nur an wenigen Standorten nachgewiesen. Es handelt sich um Verschleppungen auf gestörten, vom Menschen beeinflussten Böden. „Die mit unseren Pollenfallen nachgewiesenen Pollenkonzentrationen waren immer nur sehr gering“, informiert Bucher. Dabei sei ein Ferntransport von Pollen aus dem Süden nicht völlig auszuschließen. Durch verunreinigtes Vogelfutter kann Ambrosia eventuell auch in Gärten aufkommen. „Beobachtet man einzelne Pflanzen, sollten diese möglichst noch vor der Blütezeit mit Handschuhen ausgerissen und über den Hausmüll entsorgt werden“, rät die Landesumweltagentur. 

Junge Ambrosia-Pflanze. Foto: LPA/Edith Bucher

Im norditalienischen Raum kommt dieses Unkraut mittlerweile von der Poebene bis Triest vor und geht teilweise auch in Alpentäler hinein, in Österreich ist sie in östlichen und südlichen Bundesländern verbreitet. Wo sie sich einbürgert, verursacht die Ambrosie beträchtliche Kosten im Bereich Gesundheit, Landwirtschaft und Straßeninstandhaltung.

Detaillierte Informationen zur Pflanze finden sich im Ambrosia-Steckbrief.

lpa/stol

stol