Donnerstag, 04. Januar 2018

Pollenflug schon zu Jahresbeginn

Die Pollen der Purpur-Erle können Allergikern bereits im Winter zu schaffen machen. Einige Bäume gibt es auch in Bozen, informiert die Landesagentur für Umwelt.

Eine anfangs geglaubte Erkältung kann in Wirklichkeit eine Allergie sein.
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Eine anfangs geglaubte Erkältung kann in Wirklichkeit eine Allergie sein. - Foto: © shutterstock

Rinnt im Winter die Nase, denkt man üblicherweise an eine Erkältung. Die Ursache kann aber auch eine Pollenallergie sein: "Tatsächlich gibt es eine Baumart, die bereits zu Jahresbeginn ihre Pollen ausschüttet: die Purpur-Erle (Alnus spaethii)", erklären die Experten des Polleninformationsdienstes der Landesumweltagentur. Dabei handelt es sich um eine ortsfremde Art, hervorgegangen aus der Kreuzung der japanischen mit der kaukasischen Erle. Sie kommt in Südtirol natürlich nicht vor, gilt aber wegen ihrer schönen Blätter und des schnellen Wachstums als beliebter Stadtbaum. Sie ist außerdem gut ans Stadtklima angepasst und witterungsresistent. Einige Exemplare der Purpur-Erle finden sich auch in Bozen.

Purpur-Erle setzt Pollen ab 0 Grad Celsius frei

„Voraussichtlich zu Jahresbeginn werden diese Bäume ihre ersten Pollen ausschütten“, informiert Edith Bucher vom Polleninformationsdienst. Bereits im Dezember konnte sie zwischen den Schuppen der Blütenkätzchen die roten Staubbeutel erkennen. Die Purpur-Erle komme mit Kälte bestens zurecht, die Pollenfreisetzung erfolge bereits ab einer Temperatur von 0 Grad Celsius, erklärt die Expertin. "Damit blüht sie etwa fünf Wochen früher als die in unseren Breiten heimischen Schwarz- und Grauerlen", erklärt Bucher. "Das in ihren Pollen enthaltene Hauptallergen Aln g1 ist im Grunde dasselbe wie jenes der heimischen Erlen."

Für Pollenallergiker, die auf den Blütenstaub heimischer Erlen reagieren, kann daher der frühe Pollenflug der Purpur-Erlen problematisch werden.

Keine neuen Anpflanzungen den Allergikern zuliebe

Zwar wurden in der Pollenfalle am Dach der Landesumweltagentur in Bozen zu Jahresbeginn bisher noch nie bis kaum Erlen-Pollen nachgewiesen. Lokal, in unmittelbarer Nähe der wenigen Bäume, trägt die Purpur-Erle durch ihre äußerst frühe Blütezeit jedoch dazu bei, die Leidenszeit der Allergiker zu verlängern. "Die Purpur-Erle produziert sehr viel Pollen. Sie schließt ein Zeitfenster, das bislang frei von Pollenbelastung war", erklärt Edith Bucher.

Um im Stadtgebiet nicht zusätzliche riskante Allergene einzuführen, sollten laut Polleninformationsdienst daher keine neuen Purpur-Erlen gepflanzt werden. Die Anpflanzung windblütiger Pflanzen mit Allergiepotential begünstige nämlich eine Sensibilisierung und in der Folge das vermehrte Auftreten von Pollenallergien in der Bevölkerung.

lpa

stol