Mit gestern 14.30 Uhr konnten die Fachgewerkschaften besagte Absichtserklärung unterzeichnen. Doch dort winkt man flächendeckend ab: Die meisten Lehrkräfte vertritt dabei die Fachgewerkschaft der SGB/CISL. Eigentlich, so erinnert deren Vertreter Hubert Kainz, hätte die LOI nur die schriftliche Form der mündlichen Zusage zu den Reallohnerhöhungen sein sollen. „Doch mit der Vorbedingung der Landesregierung für Verhandlungen hat sich das in eine ganz andere Richtung entwickelt“, sagt er. Und damit gebe es keinen Grund, das Dokument zu unterschreiben: „Die Position der Landesregierung ist klar. Das haben wir zur Kenntnis genommen.“<BR /><BR />„Wir können doch nicht als Gewerkschaft unserer Kategorie das Recht der didaktischen Freiheit einschränken“, bringt Petra Nock (SSG im ASGB) das Dilemma der Gewerkschaften auf den Punkt. Und mit dieser steht es eben jedem Lehrer und jedem Kollegium frei zu entscheiden, ob und welcher Lerninhalt mit einem Ausflug oder eben ohne vermittelt wird. „Ausflüge sind nicht Inhalt des gesamtstaatlichen Kollektivvertrages und können es ohne Rom auch nicht werden. Und wir als Gewerkschaft könnten, selbst wenn wir wollten, die didaktische Freiheit nicht einschränken. <BR /><BR />Selbst bei einer Unterschrift hätte diese also keine Relevanz“, erläutert auch Marco Pugliese (UIL/SGK). Dies zur conditio sin qua non für Verhandlungen zu machen bezeichnet die Gewerkschaft SGB/CISL in einem Brief an ihre Mitglieder als „fragwürdige Haltung, die ein Novum darstellt gegenüber den Formen der Zusammenarbeit, die bis heute die Sozialpartnerschaft geprägt haben“. <BR /><BR /><BR /><BR />Für Landeshauptmann Arno Kompatscher stellt sich der Sachverhalt anders da: „Wir dürfen nur mit den Gewerkschaften verhandeln. Wie soll das gehen, wenn von außen dennoch protestiert wird? Wir kämen dann in die nicht tragbare Situation, dass wir mit den Gewerkschaften verhandeln und hoffentlich zu einer Einigung kommen, aber trotzdem nicht wissen, ob die Facebook-Gruppen (die nicht am Verhandlungstisch sitzen) zufrieden sind. Diese würden den Verhandlern dann quasi am Ende ein Zeugnis ausstellen und entscheiden, ob man weiterprotestiert oder nicht. Das ist nicht akzeptabel und wäre auch ein Präzedenzfall mit weitreichenden Folgen.“ <BR /><BR />Es handle sich bei der Position der Landesregierung „also keineswegs um eine Erpressung“, man schütze vielmehr die „sozialpartnerschaftlichen Gepflogenheiten“. Kompatscher betont, man habe alles geliefert, was gefordert wurde, einschließlich mehr Fachkräfte für Inklusion und Sekretariate „und geben dies – wie ebenfalls gefordert – auch schriftlich“. <BR /><BR />Landesrat Philipp Achammer zeigt sich etwas versöhnlicher und betont: „Mit etwas gutem Willen kann jederzeit mit den Verhandlungen begonnen werden, die 110 Millionen Euro bleiben trotz Nicht-Unterschrift auf dem Verhandlungskapitel. Wir bleiben mit den Gewerkschaften im Gespräch.“<BR /><BR />Bleibt jenseits der Polemik die Frage, wie geht es eigentlich in der Praxis ohne Ausflüge: „Ich habe von einigen Kollegen und auch Eltern die Rückmeldung bekommen, dass ein konzentrierteres Arbeiten möglich ist“, sagt Nock.