Südtirol stellt im gesamten Staatsgebiet eine Ausnahe dar. In den übrigen Regionen stellt die Italienische Post nämlich nur an zwei von fünf Tagen Zeitungen, Briefe und amtliche Mitteilungen zu. Samstags und sonntags gibt es keine Dienste.<BR /><BR />Das Land Südtirol hat mit den Poste Italiane hingegen eine Zusatzvereinbarung für elf Millionen Euro im Jahr abgeschlossen. Die Italienische Post verpflichtet sich damit, die Post an sechs Tagen in der Woche zuzustellen – von montags bis samstags. Außerdem müssen alle peripheren Postämter erhalten bleiben. <h3> Aufkommen in Südtirol über dem Durchschnitt</h3>Begründet wurde diese Ausnahmeregelung mit den vom übrigen Staatsgebiet abweichenden Gegebenheiten. So ist die Anzahl an Zeitungen und Zeitschriften, die per Post zugestellt werden, in Südtirol um ein vielfaches höher als in italienischen Regionen. Auch das übrige Aufkommen an Post liegt in Südtirol klar über dem Durchschnitt.<BR /><BR />Seit der Einführung neuer Arbeitszeiten hat sich die Personalsituation verschlechtert ( <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/suedtirols-postgewerkschaft-schlaegt-alarm-35-brieftraeger-sollen-weichen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">wir haben berichtet</a>) und sich aufgrund der Urlaube im Sommer weiter zugespitzt.<BR /><BR />In der Landeshauptstadt zum Beispiel erhalten einige Viertel seit gut zwei Wochen keine Post mehr. Im Verteilerzentrum in der Reschenstraße warten laut der Redaktion vorliegenden Informationen angeblich seit längerer Zeit über 3.000 Einschreiben der SEAB darauf, verteilt zu werden. Probleme werden auch aus Ulten, Klausen und anderen Orten gemeldet.<h3> Land verhandelt mit Post</h3>Aus Gewerkschaftskreisen wird zunehmend Kritik laut, weil alle organisatorischen und personellen Entscheidungen in Mestre getroffen werden. Es sei angesichts der Abweichungen zum Staatsgebiet erforderlich, die Landesdirektion mit Vollmachten auszustatten und die Dienste vor Ort zu organisieren.<BR /><BR />Derzeit verhandelt das Land mit der Post über eine Verlängerung der Vereinbarung über 2026 hinaus.