Dienstag, 01. September 2015

Post zum Land? Kompatscher verhandelt

Teils chaotische und untragbare Zustände herrschen bei den "Poste Italiane". Dies soll sich zumindest in Südtirol ändern. Landeshauptmann Arno Kompatscher kündigte nun an, mit der Führungsspitze der italienischen Post über eine Neuordnung zu verhandeln. Das Ziel: Eine Übernahme der Dienste. Der Ausgang? Völlig offen.

Die "Poste Italiane" stehen immer wieder in der Kritik.
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Die "Poste Italiane" stehen immer wieder in der Kritik.

Nicht immer ist die pünktliche Postzustellung in Südtirol gewährleistet. Briefe kommen häufig zu spät oder gar nicht an, nicht selten warten Bürger mehrere Tage auf ihre abonnierten Zeitungen. 

Aufgrund Unterbesetzung und fehlender Organisation kommt es vor allem in den Sommermonaten zu großen Problemen, egal ob im Vinschgau (STOL hat berichtet) oder in anderen Teilen Südtirols. 

Durch die Schließung der Postämter von Laag und Steinmannwald ist die Diskussion um eine Neuordnung des Postdienstes in Südtirol wieder stärker in den Fokus gerückt (siehe hier)

Kompatscher verhandelt

Landeshauptmann Arno Kompatscher wird am Donnerstag mit der Führungsspitze der italienischen Post über eine Neuordnung in Südtirol verhandeln. 

Ziel sei eine Übernahme des Dienstes, im Gegenzug sollen dessen Kosten von den im Mailänder Abkommen vorgesehenen 100 Millionen Euro jährlich abgezogen werden, sagte Kompatscher.

"Wir werden einerseits die betroffenen Gemeinden bei ihren Rekursen gegen die Schließung der jeweiligen Postämter unterstützen, andererseits wollen wir, dass man gemeinsam zu einer Übereinkunft kommt, die für Südtirol einen Mehrwert darstellt", so Kompatscher. 

Staat tritt Kompetenzen nur ab wenn Südtirol zahlt 

Im ersten Schritt werde es darum gehen, den Ist-Zustand der Dienstleistungen und seiner Kosten zu erheben, erklärte Kompatscher. Der Staat tritt Kompetenzen nur ab, wenn Südtirol auch die entsprechenden Kosten trägt. Gemäß Mailander Abkommen, das einen Beitrag von 100 Millionen Euro vom Land Südtirol für die Staatskasse vorsieht, und das Grundlage der Verhandlungen sein wird, könnte der Betrag für den Postdienst davon abgezogen werden.

"So würden sich keine zusätzlichen Ausgaben für das Land ergeben", erläuterte der Landeshauptmann. Geschätzt könnten sich die Kosten für den Zustelldienst der Post auf 20 Millionen Euro belaufen.

Zusätzliche Dienste als zweiter Schritt

In einem zweiten Schritt könnte dann darüber verhandelt werden, zusätzliche Dienste für Südtirol anzubieten, die allerdings zu Lasten des Landes gehen würden: "Das könnten etwa veränderte Öffnungszeiten sein oder ein verbesserter Zustelldienst", sagte der Landeshauptmann. 

Der Ausgang der Verhandlungen ist derzeit noch völlig offen: "Wir werden den Dienst nur übernehmen, wenn ein Mehrwert für unser Land entsteht und die zusätzlichen Kosten gerechtfertigt sind. Denn das Ziel ist eine bessere Dienstleistung für die Bürger", unterstrich Landeshauptmann Arno Kompatscher.

stol

stol