<BR />Im Sommer wird es am Pragser Wildsee voll. Zu voll. Seit einigen Jahren greift deshalb der „Plan Prags“: Vom 10. Juli bis 10. September war die Zufahrt zum See bislang täglich von 9.30 bis 16 Uhr eingeschränkt. In diesem Zeitraum durfte das Tal nur nach einer (limitierten) Voranmeldung mit dem eigenen Fahrzeug befahren werden. Alternativ mussten Besucher auf öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad oder den Fußweg ausweichen. Die lokale Bevölkerung erhielt Durchfahrtsgenehmigungen.<h3> Sensibles Gebiet schützen</h3>Auch wenn mitunter verärgerte Gäste ohne Voranmeldung an der Schranke am Taleingang standen, habe sich das System bewährt, betont Bürgermeister Friedrich Mittermair. „Wir sperren das Tal nicht, sondern schränken lediglich den Individualverkehr ein“, sagt er. „Wir leben in einem sensiblen Gebiet, das geschützt werden muss.“<BR /><BR />Deshalb werden die Maßnahmen im nächsten Jahr ausgeweitet. Die Zufahrtsbeschränkungen gelten künftig bereits ab dem 1. Juli und bis zum 15. September. Zudem werden die Zeiten angepasst: Schon ab 9 Uhr – und nicht mehr erst ab 9.30 Uhr – ist die Einfahrt nur noch mit Vorab-Buchung möglich, weiterhin bis 16 Uhr.<h3> Dekret des Landeshauptmannes steht noch aus</h3>Der Gemeinderat hat dem entsprechenden Vorschlag der Verkehrskommission am Donnerstagabend zugestimmt. Nun fehlt noch das Dekret des Landeshauptmannes, mit dem man aber rechnen könne, sagt der Bürgermeister. Auch auf Landesebene ist man nämlich vom Hotspot-Management im Pragser Tal überzeugt. „Das Pragser Modell hat sich als erfolgreich erwiesen und kann als Vorbild für andere stark frequentierte Gebiete in Südtirol dienen, etwa für die Seceda“, betonte Landesrat Luis Walcher heuer bei einem Lokalaugenschein.<BR /><BR />Aktiv wird die Gemeinde auch an anderen besucherstarken Tagen, etwa an Allerheiligen oder rund um den Feiertag am 8. Dezember. „Sind die Parkplätze beim See voll, leiten wir die Fahrzeuge automatisch zum Parkplatz Säge in Schmieden um“, erklärt Mittermair.<BR /><BR />Der Gemeinderat hat am Donnerstag auch die Machbarkeitsstudie für eine Radwegverbindung zwischen Schmieden und dem Pragser Wildsee beschlossen. Bis zur Umsetzung seien allerdings noch zahlreiche bürokratische Schritte notwendig. Der Handlungsbedarf sei jedoch gegeben: Derzeit nutzten Radfahrer die Hauptstraße und seien dort oft mit hohem Tempo unterwegs, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstelle, sagt Mittermair. Der geplante Radweg soll diese Gefahrenstelle entschärfen.