Seit dem vergangenen Sommer ermittelt die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM gegen Dolomiti Superski. Der Vorwurf: Die zentrale Festlegung der Skipasspreise sowie Verkaufsbeschränkungen für Drittanbieter hätten den freien Wettbewerb behindert.<BR /><BR />Um die Ermittlungen abzuschließen, hat Dolomiti Superski nun Verpflichtungen vorgelegt. Herzstück ist ein 30-Millionen-Euro-Fonds, der Skifahrern zugutekommen soll, die in den Saisonen 2022/23, 2023/24 und 2024/25 einen Skipass erworben haben.<BR /><BR />Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, ist der Topf zweigeteilt: 12 Millionen Euro für direkte Rückerstattungen in bar. 18 Millionen Euro in Form von Gutscheinen für künftige Tages- oder Mehrtagesskipässe der einzelnen Skigebiete.<h3> „First come, first served“ – Kritik von Assoutenti</h3>Die Verbraucherschutzorganisation Assoutenti zeigt sich von diesem Angebot wenig begeistert. Präsident Gabriele Melluso kritisiert vor allem das Verteilungssystem: „Die Entschädigung erfolgt nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Sobald der Fonds erschöpft ist, gehen spätere Antragsteller leer aus, obwohl sie denselben Anspruch hätten.<BR /><BR />Zudem sieht Melluso eine Benachteiligung darin, dass Gutscheine für künftige Käufe höher dotiert sind als Bar-Rückzahlungen: „Das zwingt die Kunden dazu, erneut Geld auszugeben, um den maximalen Vorteil zu erhalten.“ Auch eine generelle Senkung der Ticketpreise für alle Skifahrer fehle in dem Paket komplett.<BR /><BR />Wer Anspruch auf eine Entschädigung hat, muss selbst aktiv werden. Laut Plan soll bis zum 15. Oktober 2026 ein eigenes Portal auf der Website von Dolomiti Superski freigeschaltet werden. Dort können sich betroffene Skifahrer individuell registrieren und ihre Käufe nachweisen.<h3>Wie es jetzt weitergeht</h3>Die Wettbewerbsbehörde hat dem Vorschlag bereits vorläufig zugestimmt. Bis zum 27. Mai können interessierte Parteien noch Stellungnahmen abgeben. Erst danach fällt die AGCM eine endgültige Entscheidung darüber, ob das Maßnahmenpaket ausreicht, um die Ermittlungen einzustellen und den Wettbewerb zwischen den Skigebieten wiederherzustellen.<BR /><BR />Die Ermittlungen betreffen alle zwölf Gebiete des Verbunds: Cortina d'Ampezzo, Kronplatz, Alta Badia, Gröden/Seiser Alm, Fassatal/Carezza, Arabba/Marmolada, Drei Zinnen, Val di Fiemme/Obereggen, Civetta, Gitschberg Jochtal, Plose und Alpe Lusia/San Pellegrino.