Für den jüngeren Sohn des britischen Königs Charles III. (77) ist es bereits das dritte Verfahren gegen die britische Boulevardpresse. Der 41-Jährige traf zum Prozessauftakt persönlich am Londoner High Court ein und wirkte zuversichtlich: Mit einem Lächeln ging er zielstrebig auf das Gerichtsgebäude zu und winkte den wartenden Reportern und aufblitzenden Kameras kurz zu. Harry klagte bereits erfolgreich gegen den Verlag des „Daily Mirror“ und einigte sich auf einen Vergleich mit dem Verlag der „Sun“.<BR /><BR />Am Donnerstag soll Harry einem Medienbericht zufolge selbst in den Zeugenstand treten. Insgesamt sind neun Wochen Verhandlungszeit angesetzt.<h3> Zahlungsverkehr zwischen Journalisten und Detektiven</h3>Die Klage stützt sich vor allem auf Zahlungsverkehr zwischen Journalisten und Privatdetektiven. Anhand von 14 Artikeln, in denen private Details - etwa zur Beziehung Harrys mit seiner Ex-Freundin Chelsy Davy oder seinem Bruder Prinz William (43) - veröffentlicht wurden, will er zudem beweisen, dass die Informationen nur illegal beschafft werden konnten. Harte Beweise legte die Klägerseite nicht vor.<BR /><BR />Die Gegenseite vom Verlag Associated Newspapers Limited (ANL) ist dementsprechend selbstbewusst. Anders als in früheren Verfahren gebe es keine strafrechtlichen Verurteilungen gegen Journalisten, hieß es in einer schriftlichen Eingabe der ANL-Anwälte. Die schwersten Vorwürfe seien daher ohne Grundlage. Mit weniger problematischen Praktiken habe der Verlag bereits lange aufgeräumt.<h3> Mit Geld sensible Informationen beschafft</h3>Die Kläger hoffen darauf, dass die schiere Masse an Indizien das Gericht überzeugen wird. Mehr als drei Millionen Pfund (derzeit etwa 3,5 Millionen Euro) soll der Verlag für Privatdetektive ausgegeben haben, sagte Kläger-Anwalt David Sherborne. Damit hätten sich die Journalisten sensible Informationen beschafft und ihre Artikel gefüttert. Telefonate und Mailbox-Nachrichten seien abgehört und Dokumente wie Krankenakten beschafft worden - oder wie im Fall von Elton John und dessen Mann David Furnish die Geburtsurkunde eines Sohns der beiden.