Die Italienischlehrer mit mehr Gehalt oder mehr Punkten aufs Land zu locken, bleiben wohl nur Vorschläge. Die Ideallösung sieht auch Schullandesrätin Sabina Kasslatter Mur nicht.Eine Landtagskommission und eine Arbeitsgruppe aus SVP und PD diskutieren seit einigen Monaten darüber, wie der Zweitsprachenunterricht in der Schule verbessert werden kann. Ständiger Lehrerwechsel, bedingt dadurch, dass es Italienischlehrer nicht in entlegene Orte zieht, vor allem nicht für einige wenige Stunden in kleineren Schulen, ist dem Lernerfolg der Schüler keineswegs förderlich. Vorschläge gibt es mehrere, doch mit gar einigen hat Schullandesrätin Sabina Kasslatter Mur Bauchweh: „Den Italienischlehrer mit mehr Geld zu belohnen, wenn er eine entlegene Schule wählt, das kann man gegenüber den anderen Lehrern nicht rechtfertigen“, erklärt sie. Eine andere Möglichkeit sei, ihnen mehr Punkte für die Rangliste zu geben, sofern sie eine Schule am Land wählen. Dass sie dann aber bei der nächsten Stellenwahl – jetzt weiter vorne in der Rangordnung – noch schneller die Schule am Land verlassen, um in die Stadt zurückzukehren, das könne man nicht verhindern. „Aber mir ist lieber, ich habe ein oder zwei Jahre einen Lehrer in den Dörfern, der mit der Südtiroler Situation vertraut ist, als überhaupt nur Lehrer aus Süditalien“, so Kasslatter Mur. Dennoch, der Weisheit letzter Schluss ist auch dieser Vorschlag nicht. Denn für den Zweitsprachenunterricht an der deutschen Schule erhalten Italienischlehrer auch Punkte auf der Rangordnung in der italienischen Schule, wo sie als Klassenlehrer arbeiten können. Und dort hat man klarerweise etwas gegen die bessere Punktevergabe in der deutschen Schule.„Wir werden auf jeden Fall weiter diskutieren, und ich hoffe auch, dass sich die Gewerkschaften daran beteiligen“, sagt die Schullandesrätin. Denn schließlich stehe und falle die Qualität des Unterrichts mit dem Lehrpersonal. Deshalb will die Landesrätin auch die Lehrer selbst in die Pflicht nehmen. Denn bei weitem nicht alle würden mit den erst kürzlich erarbeiteten neuen Unterrichtsmaterialien arbeiten, sondern noch mit mehrere Jahre alten Programmen. „Und diese haben wir schließlich überarbeitet, um den Unterricht zu verbessern“, erklärt Kasslatter Mur. Mit diesem Ziel fördere man auch Schüleraustausche und Sommerprojekte.wib/D