Sonntag, 28. August 2016

Prodi fordert nach Erdbeben 30-Jahr-Plan für Italien

Der frühere italienische Regierungschef und EU-Kommissionspräsident Romano Prodi hat nach der Erdbebenkatastrophe einen 30-Jahr-Plan für sein Land gefordert. „Wir dürfen uns nicht von Emotionen leiten lassen, die uns so oft ergriffen und dann wieder verlassen haben“, betonte Prodi in einem Beitrag für die Zeitung „Il Messaggero“ vom Sonntag.

Romano Prodi fordert nach dem verheerenden Erdbeben in Italien einen 30-Jahres-Plan für Italien.
Romano Prodi fordert nach dem verheerenden Erdbeben in Italien einen 30-Jahres-Plan für Italien. - Foto: © LaPresse

In den stark erdbebengefährdeten Regionen sei „ohne Vernunft und Voraussicht“ gebaut worden, kritisierte Prodi. Dies müsse sich ändern. Prodi forderte konkrete Regeln für Programme und Finanzmittel und klare Zuständigkeiten von Staat, Regionen und Kommunen. „Unser Ziel darf nicht mehr sein, die Städte und Dörfer um jeden Preis zu erweitern, sondern das, was existiert, sicher zu machen.“

Nach dem katastrophalen Erdbeben in Zentralitalien mit mindestens 291 Toten steht ein schwieriger Wiederaufbau bevor. Ganze Ortschaften wurden dem Erdboden gleichgemacht. Rund 2500 Menschen verloren ihr Hab und Gut. Die Apennin-Regionen in Mittelitalien gelten als stark erdbebengefährdet und wurden bereits in der Vergangenheit häufiger von Katastrophen heimgesucht.

dpa

stol