Montag, 24. Oktober 2016

Profi-Clowns fürchten um ihren guten Ruf

Die Übergriffe von Grusel-Clowns machen der Zirkusbranche Sorgen. Manche Spaßmacher verzichten neuerdings lieber auf die weiße Schminke.

Ein Clown soll Freude verbreiten, nicht Angst.
Ein Clown soll Freude verbreiten, nicht Angst. - Foto: © shutterstock

Nach mehreren Übergriffen von sogenannten Grusel-Clowns auf Passanten fürchtet der Verband Deutscher Zirkusunternehmen einen Imageschaden für die artistische Figur. „Mit einem Clown soll eigentlich Spaß, Freude und Tollpatschigkeit assoziiert werden. Über ihn soll man lachen“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Dieter Seeger, der Deutschen Presse-Agentur. „Durch die Attacken wird der Clown immer mehr zum Angstobjekt.“

Warum die Maskierten sich für ein Clowns-Kostüm entscheiden, kann Seeger nur vermuten: „Möglicherweise hat das mit einigen Kinofilmen zu tun, in denen der Bösewicht als Clown auftritt – zum Beispiel bei Überfällen.“ Das weiß geschminkte Gesicht, die rote Nase, das breite Grinsen wirke dann nur noch gruselig. Gerade auf Kinder wirke sich das traumatisch aus. „Viele moderne Clowns im Zirkus verzichten mittlerweile auf die weiße Gesichtsfarbe und Maske und setzen eher auf lustige Kleidung.“

Die professionellen Clowns sind sauer und stellen klar: „Grusel-Clowns sind keine Clowns. Es sind wirre Menschen, die ihre destruktiven Neigungen auf diese armselige Art ausleben wollen.“ In einer Mitteilung des Dachverbands Clowns in Medizin und Pflege Deutschland heißt es weiter: „Sie sind weder komisch noch beeindruckend, sondern ein grotesker Abklatsch einer zutiefst menschlichen, positiven Freude an der Anarchie.“

In den USA und zahlreichen anderen Ländern machen Grusel-Clowns bereits seit einiger Zeit die Straßen unsicher – zuletzt mehrten sich auch Berichte über Grusel-Clowns in Deutschland. Als Videos tauchen die makabren Streiche oft im Internet auf.

dpa

stol