Freitag, 23. November 2018

Projekt BrennerLEC: Langsamer bedeutet umweltschonender

Durch die Verringerung der Reisegeschwindigkeit reduziert sich auch die Stickoxidbelastung: Das geht aus den Erhebungen an der Brennerautobahn (A22), die im Rahmen des europäischen Projektes BrennerLEC (Low Emission Corridor) durchgeführt wurden, deutlich hervor. Die Kampagne „Fuß vom Gas! Für eine bessere Luft“ wird fortgesetzt.

Eine Fahrtgeschwindigkeit von 100 anstatt von 130 Stundenkilometern kann bis zu 30 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch und durchschnittlich 25 Prozent weniger Stickoxid-Emissionen bedeuten.
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Eine Fahrtgeschwindigkeit von 100 anstatt von 130 Stundenkilometern kann bis zu 30 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch und durchschnittlich 25 Prozent weniger Stickoxid-Emissionen bedeuten. - Foto: © shutterstock

Die dynamische Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 Stundenkilometer im Abschnitt Auer-Neumarkt bis zur Landesgrenze hat eine Verringerung der durchschnittlichen Fahrtgeschwindigkeit um 15 Stundenkilometer (auf 110 km/h) bewirkt: Dabei reduzierten sich die mittleren Stickstoffdioxid-Konzentrationen in den umliegenden Flächen um zehn Prozent. Eine Fahrtgeschwindigkeit von 100 anstatt von 130 Stundenkilometern kann demnach bis zu 30 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch und durchschnittlich 25 Prozent weniger Stickoxid-Emissionen bedeuten.

Gut für die Luft und für die Brieftasche

In dem vom EU-Programm LIFE co-finanzierten Projekt BrennerLEC  arbeiten die Brennerautobahn AG, die Landesagenturen für Umwelt von Bozen und Trient, die Universität Trient, das CISMA und die IDM Südtirol/Alto Adige zusammen. Wichtigstes Ziel ist es, Maßnahmen zu entwickeln, um die gesundheits- und umweltschädlichen Emissionen durch den Verkehr auf der Brenner-Autobahn zu reduzieren. Aus verkehrsorganisatorischer Sicht soll auch die Staugefahr auf der Autobahn verringert und damit die Sicherheit erhöht werden. Um eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus Gründen des Umweltschutzes und der Gesundheit vornehmen zu können, müssen jedoch beim Transportministerium die nötigen Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Derzeit sind solche Tempolimits auf den Autobahnen nur in Pilotversuchen oder aus Gründen der Verkehrssicherheit zulässig.

Langsamer fahren nicht nur gut für die Luft, sondern auch für die Brieftasche

„Neben der Einhaltung der EU-Richtlinien und Umweltbestimmungen geht es uns in erster Linie darum, Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung zu ergreifen“, erklärt Umweltlandesrat Richard Theiner. Laut den Experten der Landesagentur für Umwelt ist – einmal die 80-Stundenkilometer-Marke überschritten – jeder Stundenkilometer weniger nicht nur gut für die Luft, weil sich die Emissionen verringern, sondern auch gut für die eigene Brieftasche, weil der Kraftstoffverbrauch sinkt. "Damit können alle dazu beitragen, dass sich die Luftqualität entlang der Autobahn signifikant verbessert", betonen sie. Nach der ersten Testphase werden derzeit im Rahmen des BrennerLEC-Projekts verschiedene Geschwindigkeitsbegrenzungen und -anzeigen getestet.

Fuß vom Gas! Für eine bessere Luft

Für eine umweltfreundliche Fahrweise sensibilisiert die Landesagentur für Umwelt in Zusammenarbeit mit der Landesabteilung Mobilität ab 26. November mit der Aktion "Fuß vom Gas! Für eine bessere Luft". Mit Plakaten an den Stadtbussen in Bozen und Meran und einem Radio-Spot wird an die Autofahrer appelliert, die Geschwindigkeit zu reduzieren und damit die Luftbelastung zu verringern. Dies ist umso mehr in der Vorweihnachtszeit von Bedeutung, wenn viele Touristen, meist über die Brennerautobahn, nach Südtirol kommen, um die Weihnachtsmärkte zu besuchen. 

lpa

stol