Mittwoch, 25. September 2019

„Promemoria Auschwitz“: Reise der Erinnerung

164 Jugendliche verschiedener Sprachgruppen und unterschiedlicher kultureller Herkunft haben auch 2020 wieder die Möglichkeit, am mehrsprachigen und länderübergreifenden Projekt „Promemoria Auschwitz“ teilzunehmen. Höhepunkt dabei ist die Reise mit dem „Zug der Erinnerung“ zu den Gedenkstätten des Holocausts in Auschwitz und Birkenau vom 4. bis 10. Februar. Die Anmeldung startet am 30. September.

Die Reise der Erinnerung findet bereits zum 10. Mal statt. - Foto: DLife
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Die Reise der Erinnerung findet bereits zum 10. Mal statt. - Foto: DLife

Bei diesem besonderen Projekt arbeiten die Jugendverbände Deina, Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste und Arciragazzi zusammen, um jungen Menschen ein vielschichtiges Lesen der Geschichte zu ermöglichen und verschiedene Standpunkte aufzuzeigen und die Jugendlichen zu „Geschichtszeugen in der Gegenwart“ zu machen.

„Es ist wichtig, für die Jugendlichen Geschichte zu erleben, aber nicht allein, sondern in Gemeinschaft und als Ergänzung zum Unterricht in der Schule“, erklärte Alessandro Huber, der gemeinsam mit den anderen Vertretern der Jugendorganisationen Sergio Bonagura, Michele Della Serra und Verena Hafner das Projekt im Detail vorstellte. Bisher haben laut Huber inzwischen über 1500 Jugendliche diesem tragischen Kapitel der Geschichte nachgespürt. Jedes Jahr würden sich rund 300 Jugendliche anmelden, so Huber.

Anmeldung mit Motivationsschreiben bis zum 3. November

Die Ausgabe „Promemoria Auschwitz 2020“ steht kurz vor dem Start: Jugendliche, die sich für Geschichte interessieren, die Vergangenheit erforschen und Zeugnis von den schrecklichen Geschehnissen geben wollen, damit diese nicht vergessen werden, können sich dazu anmelden. Ab Monatsende beginnen die Einschreibungen für den „Zug der Erinnerung“.164 Plätze sind für Jugendliche aus Südtirol im Alter von 17 bis 25 Jahren reserviert. Bis zum 3. November 2019 können sich Interessierte unter www.deina.it sowie auf den Internetseiten der lokalen Verbände Arciragazzi und AGJD anmelden. Die Jugendlichen sollten ihren Teilnahmewunsch mit einem Schreiben begründen. Eine Kommission wird diesen bewerten.

Das schwarze Kapitel der europäischen Geschichte, die Vernichtung von sechs Millionen Juden, Roma und Sinti, Homosexuellen und politisch Andersdenkenden hat bis heute eine tiefe Wunde hinterlassen. Deshalb gilt diesem Geschichtskapitel im Bildungsweg von Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit. Bei der „Reise der Erinnerung“ können sich Jugendliche den tragischen und besonderen Orten, die die Lager von Auschwitz und Birkenau sind, annähern.

20 Tutoren begleiten die Jugendlichen auf dieser besonderen Reise

Die 164 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Südtirol sowie Jugendliche aus dem Trentino und dem Bundesland Tirol werden zu insgesamt 5 zweisprachigen Vorbereitungstreffen eingeladen, unter anderem am Durchgangslager in Bozen, in der Synagoge in Meran und im Dokumentationszentrum am Siegesplatz. Es gibt Workshops und Gruppendiskussionen zum Thema mit eigens ausgebildeten Tutoren.

Die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste AGJD und Arciragazzi Bolzano haben zusammen mit Arci aus dem Trentino und dem Bundesland Tirol unter der Koordination des Vereins APS Deina eine funktionierende Kooperation aufgebaut, die es jungen Menschen ermöglicht, nach Krakau zu reisen und das Erlebte nach der Reise bei Treffen in Trentino und Südtirol aufzuarbeiten. Die rund 20 Tutoren, die die Jugendlichen begleiten, sind Fachleute und ehemalige Teilnehmer, die von Jahr zu Jahr vom Deina-Team geschult und von lokalen Historikern unterstützt werden.

An der Vorstellung des Projektes nahmen auch Bildungs- und Kulturlandesräte Philipp Achammer, Daniel Alfreider und Giuliano Vettorato teil. 

lpa/stol

stol