Die 51-Jährige werde als EKD-Ratsvorsitzende und als hannoversche Bischöfin zurücktreten. Das erfuhr die Presseagentur dpa am Mittwoch aus Kirchenkreisen, die damit entsprechende Medienberichte bestätigten. Die 51-Jährige zieht damit offensichtlich die Konsequenzen aus ihrer Promille-Fahrt vom vergangenen Wochenende. Eine offizielle Bestätigung für den Rücktritt gab es zunächst weder von der EKD noch von Käßmann selbst. Die Bischöfin hatte für den späteren Nachmittag eine öffentliche Erklärung angekündigt.Käßmann war am Samstagabend mit 1,54 Promille am Steuer ihres Dienstwagens in Hannover von der Polizei gestoppt worden. Sie hatte zuvor in der Nähe ihrer Wohnung eine rote Ampel missachtet. „Ich bin über mich selbst erschrocken, dass ich einen so schlimmen Fehler gemacht habe“, hatte Käßmann bereits am Dienstag eingestanden. „Mir ist bewusst, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer ist.“Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hatte seiner Vorsitzenden nach einer nächtlichen Krisenberatung noch am Mittwochmorgen das Vertrauen ausgesprochen. Die EKD überließ Käßmann aber selbst die Entscheidung über ihre Zukunft. „In ungeteiltem Vertrauen überlässt der Rat seiner Vorsitzenden die Entscheidung über den Weg, der dann gemeinsam eingeschlagen werden soll“, hieß es in einer Mitteilung.Käßmann war im Oktober 2009 zur EKD-Ratsvorsitzenden und damit zur höchsten Repräsentantin von 25 Millionen evangelischen Christen gewählt worden. Sie war die erste Frau in diesem Amt.Jetzt rückt ihr Stellvertreter, Nikolaus Schneider, seit 2003 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, in den Blick. Er dürfte zunächst den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland leiten. Schneider ist bekannt für sein soziales wie politisches Engagement.dpa