„Entweder wir tun jetzt etwas, sonst verlieren wir die Stadt an die Übeltäter“, sagt der Bozner nach der Verbrecherjagd. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Mit der öffentlichen Sicherheit und Ordnung geht es in Bozen seit Jahren ziemlich bergab. Erst jüngst haben die „Dolomiten“ darüber berichtet, wie ein unbekannter Mann im Vorbeigehen ein Paar Schuhe aus dem Schaufenster des Rizzolli-Geschäfts unter den Bozner Lauben mitgehen ließ. „Das ist nichts besonderes mehr“, sagt Kaufmann Thomas Rizzolli. <BR /><BR />Seine Geschäfte scheinen bei Dieben und Einbrechern besonders beliebt zu sein. Erst am vergangenen Freitag hat sich ein Krimineller an einer Vitrine zu schaffen gemacht, diese schlussendlich aufgebrochen und Kleidung und Schuhe entwendet. Mit welcher Ruhe der Täter ans Werk geht, zeigen die Aufzeichnungen der Videoüberwachung. <BR /><BR /><b>Auf dem Video zu sehen</b><BR /><BR />Diese hat am Montagabend auch mitgeholfen, einen mutmaßlichen Fahrraddieb zu erwischen. „Mein Sohn hatte sein E-Bike im Eingangsbereich beim Zugang von der Streitergasse abgestellt“, erzählt der Kaufmann. Als der Bub später nach Hause kommt, berichtete er, dass das Rad verschwunden ist. Daraufhin sieht sich Rizzolli sofort die Aufnahmen der Videoüberwachung an und siehe da: Ein unbekannter Mann klaut um Punkt 19.59 Uhr das Rad. <BR /><BR />Damit scheint sein Jagdinstinkt geweckt. Er beschließt kurzerhand sich selbst aufs Rad zu schwingen und die Suche nach dem Mann aufzunehmen. Zugleich verständigt er die Carabinieri. Er dreht einige Runden durch die Stadt und dabei fällt ihm auf: „Mittlerweile ist es in Bozen in den Abendstunden richtig unheimlich.“<BR /><BR /> Schlussendlich trifft er sich mit den Ordnungshütern auf dem Waltherplatz. „Ich habe ihnen die Aufnahmen der Videokameras gezeigt“, erzählt er. Dann geht wieder jeder seiner Wege. Rizzolli unternimmt noch einen letzten Versuch und tatsächlich: In der Bahnhofsallee entdeckt er den mutmaßlichen Dieb. Er verständigt neuerlich die Carabinieri und es beginnt eine Art Katz-und-Maus-Spiel um den Häuserblock. <BR /><BR /><b>„Wahre No-Go-Areas“</b><BR /><BR />Rizzolli „entdeckt“ dabei die einschlägig bekannten Zonen der Stadt, die schon untertags in einem erschreckenden Zustand sind, völlig neu. „Am Abend oder in der Nacht sind das wahre No-Go-Areas“, schildert er. <BR /><BR /> Als Rizzolli Richtung Bahnhof fährt, bemerkt er zufrieden, dass der mutmaßliche Dieb gestellt ist. Mittlerweile ist es 21.22 Uhr. Die Ordnungshüter haben den Mann geschnappt und nehmen ihn mit in die Zentrale. Rizzolli knipst ein Foto vom Mann und wird daraufhin von diesem bedroht. Von der Beute fehlt jede Spur. Anzeige wird erstattet. „Das Fahrrad werden wir wohl nicht mehr sehen und dem Übeltäter wird auch nicht viel passieren“, stellt der Kaufmann resigniert fest. <BR /><BR />Die Moral von der Geschichte: „Wir sind den Kriminellen hilflos ausgeliefert“, meint Rizzolli. Er lobt den raschen Einsatz der Carabinieri, muss aber zugleich feststellen, dass die Stadtverwaltung die Sicherheitsfrage seit Jahren einfach schleifen lässt. „Ich würde den politisch Verantwortlichen gerne berichten, was wir Kaufleute mit den immer dreister werdenden Kriminellen so erleben. Entweder wir tun jetzt etwas, sonst verlieren wir die Stadt an die Übeltäter“, stellt er klar. <BR /><BR /><BR /><BR />