Sonntag, 13. November 2016

Prostitution: Größte „Präsenz“ am Samstag

Die Prostitution ist in einigen Bozner Stadtvierteln untragbar geworden, das weiß Renzo Caramaschi. Der Bozner Bürgermeister hat deshalb im September ein Halteverbot – samt Geldstrafen – erlassen. Aber das Geschäft mit dem Sex floriert weiter.

Biete Sex gegen Geld: Die Prostitution ist in einigen Teilen Bozens untragbar geworden, meint der Bürgermeister.
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Biete Sex gegen Geld: Die Prostitution ist in einigen Teilen Bozens untragbar geworden, meint der Bürgermeister. - Foto: © shutterstock

Renzo Caramaschis Verbotszone ist 250 Meter lang. Seit Ende September stehen in der Bozner-Boden-Straße die Halteverbotsschilder. Von der Rittner Seilbahn bis zum Landhaus in der Schlachthofstraße dürfen Fahrzeuge nicht mehr anhalten. Wer es dennoch tut und dabei erwischt wird, muss ein Bußgeld von 41 Euro zahlen.

Halten verboten zwischen Rittner Seilbahn und Landhaus. - Foto: pir

Eine Maßnahme, die der Bürgermeister ergriffen hat, um gegen die Prostitution vorzugehen. Die sei teilweise zu einem untragbaren Phänomen geworden, meint Caramaschi, besonders in bewohnten Gebieten. Mit dem Verbot, und stärkeren Kontrollen der Stadtpolizei, soll die Prostitution in andere Stadtgebiete verlagert werden. Eine Position, die der Bürgermeister auch am Freitagabend vertrat: Mit Vertretern der Polizei und von Sozialverbänden nahm Caramaschi an einer Diskussionsrunde zum Thema in Rentsch teil.

Bis zu 30 Prostituierte am Samstag

Die Polizei lässt indessen in einer Aussendung wissen, dass das Phänomen der Prostitution nach wie vor streng überwacht werde. Auch in der Nacht auf Sonntag habe man wieder kontrolliert und rund 30 Prostituierte an der Straße ausgemacht. Samstag, schreibt die Polizei, sei der Tag mit „der höchsten Präsenz“. Durchschnittlich seien es 15 bis 20 Frauen.

Viele leben in Norditalien

Die Damen, circa 25 bis 30 Jahre alt, stammen laut Polizei fast ausschließlich aus dem Ausland. Am häufigsten handle es sich dabei um Frauen aus Nigeria, Albanien und Kolumbien. Die meisten hätten eine gültige Aufenthaltsgenehmigung vorzuweisen. Zudem berichtet die Polizei von drei männlichen Prostituierten: Ein Mann stamme aus Österreich, die beiden anderen lebten in Bozen.

Kontrollen werden fortgesetzt

Der Großteil der weiblichen Prostituierten lebt nicht in Südtirol. „Sie kommen aus anderen Regionen Norditaliens, vor allem aus dem Veneto“, schreibt die Quästur. Die Schlachthofstraße sei am meisten von der Prostitution betroffen, einige Frauen treffe man auch in der Industriezone und an der Loreto- und Kampiller Brücke an. „Die Kontrollen gehen weiter“, kündigt die Quästur an. „Wir wollen Hinweise sammeln, um eventuelle Förderer und Ausbeuter der Prostitution zu identifizieren.“

stol

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