Freitag, 10. April 2015

Protest gegen Schließung von Rotlicht-Schaufenstern in Amsterdam

In der niederländischen Metropole Amsterdam haben hunderte Menschen gegen die Abschaffung von Schaufenstern demonstriert, in denen sich Prostituierte ihren Kunden anbieten.

Das Rotlichtviertel in Amsterdam - Archivbild
Das Rotlichtviertel in Amsterdam - Archivbild - Foto: © shutterstock

An der Protestkundgebung im Rotlichtviertel der Stadt hätten sich am Donnerstag etwa 250 Demonstranten beteiligt, sagte Polizeisprecherin Marjolein Koek der Nachrichtenagentur AFP.

Die Stadt plant, einige der Schaufenster zu schließen, um Menschenhandel und andere Vergehen einzudämmen. Etwa 115 von insgesamt 500 der rot oder pink beleuchteten Schaufenster wurden bereits geschlossen.

"Rettet nicht uns, rettet unsere Schaufenster"

An der Demonstration beteiligten sich zahlreiche Prostituierte. Viele von ihnen waren maskiert, um nicht erkannt zu werden. Sie trugen Transparente mit Parolen wie „Rettet nicht uns, rettet unsere Schaufenster“.

Während der Kundgebung blieben einige Schaufenster leer; die Prostituierten hinterließen stattdessen eine Nachricht an Bürgermeister Eberhard van der Laan: „Du stiehlst unsere Jobs.“

„Sex ist in den Niederlanden eine legale Branche, und wir brauchen Unterstützung, wir wollen von den Politikern ernst genommen werden“, sagte eine Sprecherin der Prostituierten der niederländischen Nachrichtenagentur ANP.

Sie und ihre Kolleginnen würden jedoch wie „Geächtete“ behandelt und „aus dem Viertel geworfen, ohne dass uns jemand nach unserer Meinung fragt“.

apa/afp

stol