In der Nicoló-Rasmo-Straße in der Kaiserau soll sich am Dienstagabend gegen 22 Uhr der jüngste, schwerwiegende Vorfall ereignet haben: Eine Frau, so berichtet der Ex-Gemeinderat Michael Sini, soll von einer Gruppe Jugendlicher bis zur Hundeauslaufzone verfolgt worden sein. Dort sei sie zu Boden gestoßen und ihrer Umhängetasche beraubt worden. Doch damit nicht genug, die jugendlichen Täter hätten ihr Tritte versetzt und sie sei blutend auf dem Boden liegen geblieben. Zu Hilfe kam ihr Sini mit seiner Frau. <BR /><BR />Es ist nicht der erste Vorfall in den peripheren Vierteln Kaiserau und Firmian, in den Jugendbanden verwickelt sind. Und es wird wohl auch nicht der letzte bleiben. „Es ist ein stiller Schwelbrand“, kommentiert SVP-Gemeinderat Hannes Unterhofer, der lange im Stadtviertelrat Don Bosco vertreten war. „Es gab immer wieder Zeiten, in denen sich die Vorfälle gehäuft haben, dann gab es mehr Polizeikontrollen und die Situation hat sich wieder etwas beruhigt“, schildert Unterhofer. <BR /><BR />Dann jedoch würden auch die Kontrollen wieder weniger werden. Das Problem an sich, die auffälligen minderjährigen Jugendlichen, würde jedoch bleiben. „Es handelt sich einfach um Viertel, wo, aufgrund der Wohnbaupolitik, viele sozial schwächere Familien zusammenkommen und es Gruppierungen von Jugendlichen gibt, die sich problematisch verhalten“, beschreibt Unterhof die Lage. Beizukommen sei der Sache lediglich durch Polizeikontrollen und Streetworker, die versuchen, die Jugendlichen, die auf die schiefe Bahn geraten sind, aufzufangen. <h3> Dringender Appell an die Politik</h3>Etwas anders sieht die Situation in der Altstadt aus. Dort sind es „ganz gewöhnliche“ Einbrüche, die den Anrainern und Kaufleuten gehäuft zu schaffen machen. Eingeschlagene Scheiben gehören mittlerweile zum täglichen Leid. Erst am Dienstag hat es das Vodafone-Geschäft in der Goethestraße getroffen, zuvor das Sportbekleidungsgeschäft NorthFace und viele andere Händler in der historischen Altstadt. Neben dem Schaden an Schaufenstern und Türen sind immer wieder beträchtliche Warendiebstähle zu beklagen. Die Genossenschaft BZHeartbeat richtet deshalb nun einen dringenden Appell an die Politik. Angelika Huber, die Geschäftsführerin von BZ Heartbeat, erklärt, dass bereits in der Weihnachtszeit Mitglieder von BZ Heartbeat private Sicherheitsdienste in Anspruch nehmen mussten, da die Diebstähle sich gehäuft hätten. <BR /><BR />„Weiters werden die Händler leider früher oder später auch die Überlegung anstellen müssen, ihre Außenvitrinen, wo wertvollere Waren ausgestellt sind, mit gesicherten Rollläden auszustatten“, erklärt Huber. Vor allem der Diebstahl elektronischer Geräte wie Laptops, Smartphones, Bekleidung, Parfüms und Fahrräder führe dazu, dass auch die Schadenssummen neue Spitzenwerte erreichen würden.<BR /><BR />BZHeartbeat fordert die öffentlichen Verwaltungen auf Gemeinde- und Landesebene dazu auf, noch mehr in die Videoüberwachung zu investieren, (ergänzt um die künstliche Intelligenz, die verdächtige Bewegungen leicht identifizieren könne). Zudem sei noch stärker auf Polizeipräsenz zu setzen, auch in der Peripherie der Stadt. Was das Zentrum betrifft, fordert BZHeartbeat ein Absperren des Marienparks in den Nachtstunden, da sich dieser zu einem Drogenumschlagplatz entwickelt habe. „Weiters wäre ein Landesrat für Sicherheit eine sinnvolle Sache“, glaubt Huber. <BR /><BR />Marco Galateo, der Vizepräsident des Südtiroler Landtags, nimmt in einer Aussendung zu den jüngsten Vorfällen Stellung: „Ich spreche der 24-jährigen Frau, die in der Kaiserau angegriffen wurde, meine volle Solidarität aus.“ Solche Vorfälle dürften nicht länger toleriert werden. Galateo spricht sich dafür aus, auch die Herkunftsfamilien dieser Jugendlichen zur Verantwortung zu ziehen und, zum Beispiel, Sozialbeiträge zu streichen.