<BR />In Teheran gingen daraufhin wütende Händler spontan auf die Straße. Inzwischen haben sich die Proteste auf weite Landesteile ausgeweitet. „Die Repressionen werden von Tag zu Tag gewalttätiger und umfassender“, kritisierte IHRNGO-Direktor Mahmood Amiry-Moghaddam am Donnerstag.<h3> Internet eingeschränkt</h3>Angesichts der anhaltenden Proteste schränkten die Behörden im Iran das Internet massiv ein. In der westlichen und von Unruhen erschütterten Provinz Kermanschah verzeichnete die Organisation Netblocks, die sich auf die Beobachtung von Internetsperren spezialisiert hat, einen Totalausfall beim wichtigsten Internetbetreiber TCI. Auch in anderen Landesteilen wurde das Netz beschränkt, wie Bewohner berichteten. Betroffen war auch das mobile Internet in einigen Großstädten.<BR /><BR />Als Grund dafür wurden neue Protestaufrufe für Donnerstag und Freitag vermutet, die Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, veröffentlicht hatte. Seit elf Tagen erschüttert eine neue Protestwelle den Iran. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch die massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der landeseigenen Währung Rial. In Teheran gingen daraufhin wütende Händler spontan auf die Straße. Inzwischen haben sich die Proteste auf weite Landesteile ausgeweitet.<h3> BMEIA äußert sich „besorgt“</h3>Seitens des Wiener Außenministeriums (BMEIA) hieß es am Donnerstagabend via X und Bluesky: „Wir verfolgen die Entwicklungen rund um die Demonstrationen im Iran aufmerksam und sind sehr besorgt über die gemeldeten Todesfälle, die Gewalt durch Sicherheitskräfte und willkürliche Inhaftierungen. Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit müssen gewährleistet werden. Alle, die wegen der friedlichen Ausübung ihrer Rechte festgenommen wurden, müssen sofort freigelassen werden. Dies wurde heute dem iranischen Botschafter in Wien mitgeteilt.“<h3> Berlin fordert Teheran zu Mäßigung auf</h3>Deutschland Außenminister Johann Wadephul forderte Irans Führung unterdessen im Umgang mit den anhaltenden Protesten in der Islamischen Republik zur Mäßigung aufgerufen. Seit Tagen gingen Menschen im Iran auf die Straße, schrieb Wadephul am Donnerstag auf der Online-Plattform X Ihre Meinung friedlich zu vertreten, sei ihr Recht. „Ich verurteile daher exzessive Gewaltanwendung gegen friedliche Demonstranten und fordere die iranischen Machthaber auf, sich an die internationalen Verpflichtungen zu halten.“<BR /><BR />Im Dezember brach im Iran die größte Protestwelle seit drei Jahren aus. Die Proteste begannen im Großen Basar von Teheran, als Ladenbesitzer gegen den freien Fall der Landeswährung demonstrierten. Seitdem haben sie sich landesweit ausgebreitet. Hintergrund sind die wachsende Not im Zuge der kriselnden Wirtschaft, eine galoppierende Inflation und Einschränkungen der politischen und sozialen Freiheiten. Menschenrechtsgruppen zufolge sind bisher mindestens 27 Menschen getötet und mehr als 1500 festgenommen worden.