Die Staatsanwaltschaft wirft dem 27-jährigen Spada vor, Luft in eine Vene der Patientin injiziert und dadurch eine schwere Gasembolie verursacht zu haben. Der Obduktionsbericht, der eine Gasembolie als Todesursache nennt, gehört zu den zentralen Beweismitteln der Ermittler. Spada steht zudem im Verdacht, für den Tod von fünf weiteren älteren Patienten während Krankentransporten verantwortlich zu sein. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1373268_image" /></div> <BR /><BR />Zum Prozessauftakt waren neben dem Angeklagten auch Angehörige der Verstorbenen anwesend. Die Verhandlung wird von Dutzenden Journalisten verfolgt, darunter auch Vertreter ausländischer Medien. Der Fall hatte bereits während der Ermittlungen für großes Aufsehen gesorgt. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft könnte Spadas Vorgehensweise auf eine Serie von Tötungsdelikten hindeuten. Neben Mambelli werden ihm weitere Todesfälle zur Last gelegt - nei den Betroffenen handelte es sich demnach um ältere, kranke, aber stabile und ansprechbare Patienten, die während nicht dringender Transporte an Bord von Krankenwagen starben.<BR /><BR />Anwalt Max Starni, der gemeinsam mit seinem Kollegen Massimo Mambelli die Angehörigen der 85-Jährigen vertritt, erklärte, die vier Kinder der Verstorbenen seien stark belastet. Die direkte Begegnung mit dem Angeklagten im Gerichtssaal sei für sie besonders schmerzhaft, erklärte der Anwalt. Die Familie habe Luca Spada vor dem Prozesstag noch nie persönlich gesehen. In der Nacht vor der Verhandlung habe er vor Anspannung nicht schlafen können, sagte Vittorio, Sohne der Toten. Der Gedanke, dass möglicherweise auch andere Menschen zu Schaden gekommen seien, mache ihn traurig. Zugleich betonte er, dass die Familie volles Vertrauen in die Justiz habe.<BR /><BR />Als Nebenkläger treten mehrere Organisationen des Italienischen Roten Kreuzes auf: der Ortsverband Forlimpopoli-Bertinoro, bei dem Spada beschäftigt gewesen war, der Ortsverband Forlì, für den er ehrenamtlich tätig war, sowie die nationale Organisation. Die Vertreter des Roten Kreuzes sehen durch den Fall auch einen schweren Imageschaden. Darüber hinaus sei ein wirtschaftlicher Schaden entstanden. Ein Vergleich der erbrachten Dienstleistungen habe einen Rückgang der Krankentransporte im Raum Forlì-Cesena ergeben, sagte die Anwältin.<BR /><BR />Die Verteidiger Spadas, Marco Martines und Gloria Parigi, widersprachen der Zulassung des Ortsverbands Forlì und der nationalen Organisation als Nebenkläger. Das Schwurgericht ließ jedoch sämtliche Nebenkläger zu. Die Verteidigung brachte zum Prozessauftakt mehrere Verfahrenseinwände vor. Im Mittelpunkt steht dabei der Obduktionsbericht zum Tod von Deanna Mambelli. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft belegt der Bericht, dass die 85-Jährige an einer schweren Gasembolie starb, die durch eine erhebliche Menge injizierter Luft ausgelöst worden sei. Die Ermittler vermuten, dass Spada die Luft mit einer Spritze in die Vene eingebracht hat. Die Verteidiger halten den Obduktionsbericht dagegen für nicht verwertbar.<BR /><BR />Die Todesfälle, die Luca Spada zur Last gelegt werden, sollen zwischen Februar und Sommer 2025 während Krankentransporten mit ihm an Bord erfolgt sein. Weitere drei verdächtige Todesfälle werden untersucht; die Leichen sollen exhumiert werden. Zudem werden mögliche Kontakte zwischen Spada und einem Bestattungsunternehmen geprüft. Das betroffene Unternehmen, Onoranze funebri Romagna, wies dies jedoch zurück. Spada sei lediglich ein Familienfreund, den man seit seiner Kindheit kenne, erklärte die Firma. Ein Arbeitsverhältnis habe es nicht gegeben. Spada befindet sich weiterhin auf freiem Fuß.