Montag, 28. November 2016

Prozess um brutale Bluttat in Wien: Täter in Anstalt eingewiesen

Der 21-Jährige Nigerianer, der am 4. Mai frühmorgens am Brunnenmarkt in Wien eine 54 Jahre alte Frau auf dem Weg zu ihrer Arbeit mit einer 11,5 Kilogramm schweren Eisenstange erschlagen haben soll, ist am Montag im Wiener Landesgericht für Strafsachen nach kurzer Verhandlung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden.

Der mutmaßliche Täter zu Prozessbeginn am Montag am Straflandesgericht Wien.
Der mutmaßliche Täter zu Prozessbeginn am Montag am Straflandesgericht Wien. - Foto: © APA

Die Entscheidung der Geschworenen fiel einstimmig aus.

Der Richter verwies in der Urteilsbegründung auf den Wahrspruch der Geschworenen, die auf Basis des Gutachtens des psychiatrischen Sachverständigen Karl Dantendorfer entschieden hatten. Der paranoid schizophrene Mann bedürfe einer dauerhaften engmaschigen Betreuung, sagte der Richter.

Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig, Verteidiger Richard Soyer bat um Bedenkzeit.

„Der Fall ist dramatisch, für einen Mediziner aber relativ einfach“, stellte Gerichtspsychiater Karl Dantendorfer bei der Erörterung seines Gutachtens einleitend fest. Der 21-Jährige habe seit mindestens drei bis vier Jahren an einer schweren paranoiden Schizophrenie gelitten, die nie behandelt wurde, und unter dem Einfluss dieser Krankheit mit der Eisenstange zugeschlagen.

„Die absolute Hemmungslosigkeit bei der Tatausführung spricht dafür, dass jedes Bremsvermögen ausgeschaltet war. Ein gesunder Mensch könnte eine solche Tat nicht begehen“, meinte Dantendorfer. Er habe „noch nie so eine verunstaltete Leiche gesehen“.

apa

stol