Das Paar war am 18. Jänner von Kals in Osttirol zu der folgenschweren Glockner-Besteigung auf 3.798 Metern Seehöhe aufgebrochen. Die Tour sollte über den Stüdlgrat zum Gipfel und einem Abstieg über den Kleinglockner bzw. über die Adlersruhe zurück zum Ausgangspunkt führen. <BR /><BR />Thomas P. und Kerstin G. sollen indes laut Polizei aufgrund „konditioneller und technischer Schwierigkeiten“ nur langsam vorangekommen sein, hatte es geheißen. Als die Frau zu erschöpft war, um weiterzugehen, machte sich der 37-Jährige auf den Weg zur Adlersruhe bzw. der geschlossenen Erzherzog-Johann-Hütte, um Hilfe zu holen. <BR /><BR />Die alarmierte Bergrettung Kals und Alpinpolizisten rückten schließlich in der Nacht zu Fuß aus. Eine Hubschrauberbergung konnte bei Tagesanbruch aufgrund des starken Windes nicht durchgeführt werden. Kurz nach 10.00 Uhr erreichten die Bergretter das Opfer. Sie fanden die Frau nur noch tot vor.<BR /><BR />In ihrer Anklageschrift machte die Staatsanwaltschaft dem angeklagten Thomas P., den sie aufgrund seiner Erfahrung als Führer der Tour sah, umfangreiche Vorwürfe. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/tod-am-grossglockner-diese-9-fatalen-fehler-wirft-man-kerstins-freund-vor" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier alle Punkte im Detail.</a> Der Alpinist bestritt im Vorfeld die Vorwürfe, ihm drohen im Falle einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft.<h3> 15 Zeugen – zwei Gutachter</h3>Der Prozess wurde vorerst für einen Tag anberaumt. Angesichts des umfangreichen Prozessprogramms könnte es jedoch zu einer Vertagung kommen. Ganze 15 Zeugen – darunter damals im Einsatz stehende Bergretter – und zwei Gutachter wurden geladen, sagte Gerichtssprecher Klaus Jennewein zur APA. Ein alpintechnisches Sachverständigengutachten sowie ein gerichtsmedizinisches Gutachten sollen zur Wahrheitsfindung beitragen. <BR /><BR />Der Prozess wird von Einzelrichter Norbert Hofer verhandelt. Der erfahrene Richter verfügt über eine Spezialzuständigkeit in Alpinsachen, alle dahin gehenden strafrechtlichen Prozesse landen auf seinem Schreibtisch. Er ist selbst erfahrener Bergretter.<h3> Großes Medieninteresse</h3>Die Verhandlung dürfte zudem von großem Medieninteresse begleitet werden. Rund 50 Medienvertreter haben sich angekündigt. Daher wird es für eine etwaige interessierte Öffentlichkeit wenig bis gar keine Plätze geben, kündigte Jennewein an.