<BR />Der Prozess findet vor dem Gericht der kalabrischen Stadt Crotone statt. Die NGOs erklärten, sie wollten Wahrheit und Gerechtigkeit über den Hergang der Ereignisse, getroffene Entscheidungen und unterlassene Handlungen erlangen, die zu einem der schwersten Schiffsunglücke der italienischen Geschichte geführt hätten. Von den Menschen an Bord überlebten damals 80.<BR /><BR />NGOs schlossen sich als Nebenkläger beim Prozess zusammen<BR />Dem Prozess haben sich NGOs wie Emergency, Louise Michel, Mediterranea Saving Humans, Sea-Watch, SOS Humanity und SOS Mediterranee als Nebenkläger angeschlossen. <h3> „Fahrlässigkeit, die bestraft gehört“</h3>„Verzögerungen bei Rettungsmaßnahmen sind kein bloßer Zwischenfall, sondern eine Fahrlässigkeit, die bestraft werden muss“, erklärten die Nicht-Regierungs-Organisationen in einer Presseaussendung. In diesem konkreten Fall hätten die italienischen Behörden zunächst einer Polizeimaßnahme Vorrang eingeräumt und damit ihre Pflicht zur Seenotrettung vernachlässigt, was dramatische Folgen gehabt habe. <BR /><BR />Das internationale Recht, der Schutz des menschlichen Lebens und die Pflicht zur Hilfeleistung auf See müssten stets Priorität haben, erklärten die Organisationen weiter. Es sei inakzeptabel, dass weiterhin Menschen im Mittelmeer ertrinken, und es dürfe nicht zugelassen werden, dass Verantwortliche auf allen Ebenen für solche Unglücke straffrei blieben. Menschenrechtler von Amnesty International Italien werden bei Gericht als Beobachterin vertreten sein.<BR /><BR />Bereits Ende 2023 wurden in einem getrennten Verfahren zu dem Fall drei Schlepper wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung mit Todesfolge zu Haftstrafen von bis zu 16 Jahren verurteilt. Das Schiffsunglück von Cutro hatte international für Entsetzen gesorgt und die ständige Debatte über Umgang Italiens mit Migranten, die unter lebensgefährlichen von Afrika aus über das Mittelmeer nach Europa übersetzen, noch einmal befeuert.