Dienstag, 17. März 2020

Prozessbeginn: Geldboten rauben sich selbst aus

Mit einem vorgetäuschten Überfall auf den eigenen Geldtransporter sollen 2 Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes aus Baden-Württemberg versucht haben, reiche Beute zu machen.

Bei einer Verurteilung drohen den 2 angeklagten Männern mehrjährige Haftstrafen.
Bei einer Verurteilung drohen den 2 angeklagten Männern mehrjährige Haftstrafen. - Foto: © shutterstock
Vor Gericht räumten beide am Dienstag ein, die fingierte Tat im Raum Karlsruhe ausgeheckt und die Polizei ebenso belogen zu haben wie ihr ehemaliges Unternehmen. Bisher widersprechen sich die Ex-Kollegen bei ihren Darstellungen des Ablaufs.

Der angebliche Raubüberfall nach Hollywood-Manier hatte im vergangenen Sommer für anfängliches Rätselraten bei den Ermittlern gesorgt. Denn von den mutmaßlichen Geldräubern fehlte jede Spur.

Die angeklagten Männer hatten zunächst behauptet, sie seien an der Autobahn von falschen Polizisten in einem zivilen Auto angehalten und auf einer schmalen Straße ausgeraubt worden. Das Geld – rund 825000 Euro – hatten sie zwischendurch in einem abgestellten Auto deponiert, um es später in Sicherheit zu schaffen.

Bei Durchsuchungen fanden die Beamten bei den Verdächtigen hochwertige Gegenstände wie E-Bikes, Schmuck, Uhren und Fernseher, die erst kurz vorher gekauft worden waren. Ein Großteil der Beute – sowohl Bargeld als auch Gold – wurde sichergestellt.

Die Vorwürfe lauten auf Diebstahl mit Waffen und Vortäuschen einer Straftat. Bei einer Verurteilung drohen mehrjährige Haftstrafen.

dpa