Laut Anklage soll Soncin die 29-Jährige am 14. Oktober in ihrer Wohnung in Mailand mit 76 Messerstichen getötet haben. Zuvor habe er sich heimlich einen Schlüssel zur Wohnung verschafft und sei so in die Wohnung eingedrungen. Die Ermittler gehen von Vorsatz und besonderer Grausamkeit aus.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1320360_image" /></div> <BR /><BR />Zum Prozessauftakt kam es im Gerichtssaal zu emotionalen Szenen. Die Mutter des Opfers, Una Smirnova, war im Saal anwesend und rief beim Betreten des Angeklagten laut „Bastard“. Sie brach anschließend in Tränen aus und wurde von ihrem Anwalt aus dem Saal begleitet. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1320363_image" /></div> <BR /><BR />„Ich hatte diese unkontrollierbare Reaktion, als ich den Mörder, der meine Tochter mit Kaltblütigkeit und Berechnung massakriert hat, gesehen habe“, sagte die aus Russland stammende Mutter von Pamela Genini, am Ende der ersten Gerichtsverhandlung. „Was ich verlange, ist Gerechtigkeit, Gerechtigkeit für meine Tochter. Mehr verlange ich nicht“, sagte die Frau. Sie erinnerte anschließend an das Opfer: „Sie war ein sehr liebes Mädchen, ein Engel, ein Mädchen, das niemandem etwas zuleide tat. Sie liebte Kinder, sie liebte ihre Familie, ihren Vater, den sie leider nie wiedersehen wird“, schloss Smirnova.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1320366_image" /></div> <BR /><BR />Zu Beginn der Verhandlung beantragten mehrere Personen die Zulassung als Nebenkläger. Neben der Mutter wollten auch die Geschwister der Getöteten sowie Francesco Dolci, ein Freund und früherer Lebensgefährte der Frau, als Nebenkläger am Verfahren teilnehmen. Nach einer Beratung ließ das Gericht jedoch nur die Mutter, der Vater Sergio sowie die Geschwister Nicolo und Veronica Genini als Nebenkläger zu. <BR /><BR />Abgewiesen wurden die Anträge zweier Organisationen, die sich gegen Gewalt an Frauen engagieren, sowie der Antrag von Francesco Dolci. Zur Begründung erklärte das Gericht, die wenige Monate dauernde Beziehung zwischen Dolci und dem Opfer sei weder von einer stabilen noch von einer dauerhaften Lebensgemeinschaft geprägt gewesen. Daher fehle die rechtliche Grundlage für eine Beteiligung als Nebenkläger.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1320369_image" /></div> <BR /><BR />Dolci bleibt dennoch eine zentrale Figur des Verfahrens. Er gilt als wichtiger Zeuge und soll bei der Fortsetzung des Prozesses am 13. Juli aussagen. Gegen ihn wird zugleich in einem separaten Ermittlungsverfahren in Bergamo ermittelt. Dabei geht es um die Schändung des Grabes von Pamela Genini auf dem Friedhof von Zogno. <BR />Unbekannte hatten dort den Leichnam beschädigt und den Kopf der Toten entfernt, der bis heute nicht gefunden wurde.<BR /><BR />Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Angeklagte Gianluca Soncin Pamelas Schlüssel heimlich duplizieren lassen, um sich Zutritt zu ihrer Wohnung zu verschaffen. Nach Einschätzung der Ermittler hatte der Mann den Angriff mindestens eine Woche lang geplant. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1320372_image" /></div> <BR /><BR />In einem Chat-Gespräch mit ihrem Ex-Freund Dolci hatte die 29-Jährige kurz zuvor betont, dass sie Angst vor Soncin habe, den sie als „völlig verrückt“ bezeichnete. „Er ist komplett durchgedreht, ich weiß nicht, was ich tun soll“, schrieb sie. Der Ex-Freund alarmierte daraufhin sofort die Polizei und schrieb: „Die Polizei ist unterwegs, ich bin auch auf dem Weg. Mach unten auf, sie sind schon da.“ <BR /><BR />Die Beamten trafen ein, während Soncin Pamela angriff. Sie konnten ihr das Leben nicht retten. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/er-ist-in-meine-wohnung-eingedrungen-pamelas-letzter-anruf-vor-dem-mord" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier mehr dazu)</a>