„Nachdem sich Bozens Bürgermeister Luigi Spagnolli mit seiner sehr spekulativen Täter-Hypothese zum Sabotage-Verdacht am Bozner Müllverbrennungsofen bereits letzte Woche lächerlich gemacht hat, schließen nun Techniker und Führungskräfte des Landes Sabotage aus“, heißt es in einer Aussendung. Fakt bleibe, dass es in der kurzen Betriebszeit des "Pseudo-Müllverbrennungsofen" mittlerweile vier schwerwiegende Vorfälle in der Betriebsführung gegeben habe. Die Anlage sei aufgrund der Überdimensionierung nach wie vor nicht ausgelastet, weitere Betriebsstörungen seien damit vorprogrammiert. „Für die kurze Betriebszeit von wenigen Monaten und für eine Anlage, die immer wieder von den zuständigen Politikern als modernste in ganz Europa angepriesen wurde, ist dies doch sehr bedenklich. Vor allem die letzte automatische Abschaltung aufgrund der zu niedrigen Temperaturen wird auch in Zukunft nur schwer in den Griff zu bekommen sein“, so der Dachverband. Zum einen fehle der überdimensionierten Anlage schlicht und einfach ausreichend Brennstoff in Form von Müll. Zum anderen setze sich der Restmüll, der angeliefert und in der Anlage verbrannt werde, großteils aus nicht brennbaren Fraktionen zusammen, nachdem mittlerweile getrennt gesammelt werden.„Wann wird der Abfallbewirtschaftungsplan des Landes Südtirol an die aktuelle Realität angepasst? Wie sieht das Betriebskonzept des Müllverbrennungsofens in den kommenden Jahren aus? Wie sollen zukünftig schwerwiegende Störungen mit Grenzwertüberschreitungen am Ofen vermieden werden? Bleibt der Müll-Import weiterhin verboten?“, so der Dachverband.Antworten auf diese Fragen seien die Verantwortlichen nicht nur dem Dachverband für Natur- und Umweltschutz, sondern in erster Linie der betroffenen Bevölkerung schuldig.