Mittwoch, 04. April 2018

Psychiatrie: Weniger Zwangseinweisungen

Zwischen 30 und 40 Menschen werden jedes Jahr in Südtirol gegen ihren Willen zur Behandlung in eine Psychiatrische Abteilung eingewiesen. Noch vor einigen Jahren lag diese Zahl allerdings deutlich höher. Das wurde bei einer Aussprache auf Initiative von Volksanwältin Gabriele Morandell im Landtag in Bozen mitgeteilt.

Noch vor einigen Jahren lag die Zahl der Zwangsallerdings deutlich höher.
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Noch vor einigen Jahren lag die Zahl der Zwangsallerdings deutlich höher.

Bei der Zusammenkunft auf Einladung der Volksanwältin befassten sich Vertreter von Selbsthilfevereinigungen psychisch Kranker sowie die Primare der Psychiatrien Südtirols mit dem Thema Zwangsbehandlungen.
Bis zum Jahr 1968 war dies in Italien der „Normalfall“. Alle Aufnahmen in die Psychiatrien erfolgten zwangsweise, die Betroffenen verloren dadurch all ihre bürgerlichen Rechte. Erst das Psychiatrie-Reformgesetz aus dem Jahr 1978 regelt die Zwangsbehandlung im Krankenhaus neu und viel humaner.

Dabei steht das Recht auf Heilung und Gesundheit einer Person im Vordergrund. Nur wenn psychisch erkrankte Menschen dringender Behandlung bedürfen, wenn sie diese verweigern und Maßnahmen außerhalb des Krankenhauses nicht möglich sind, können sie durch eine Verordnung des Bürgermeisters gegen ihren Willen in die Psychiatrie gebracht werden.

D/ler 

Den vollständigen Artikel und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol