Er steht unter Verdacht, seinen Vater und seinen Onkel mit Psychopharmaka vergiftet, anschließend den Onkel bestohlen und zudem die Bremsen dessen Autos manipuliert zu haben. Gegen den Mann wird wegen versuchten Mordes und Raubes ermittelt.<BR /><BR />Die bisherigen Ermittlungsergebnisse reichen laut Staatsanwaltschaft zwar noch nicht für endgültige Schlussfolgerungen aus, führten jedoch bereits zur Verhängung eines Annäherungs- sowie Aufenthaltsverbots gegen den Beschuldigten. Der Mann erschien deshalb gestern gemeinsam mit seinen Verteidigern zur richterlichen Anhörung vor Vorverhandlungsrichter Gianmarco Giua.<BR /><BR />Ausgangspunkt der Ermittlungen war die Anzeige des Onkels des Beschuldigten. Dieser war nach dem Vorfall gemeinsam mit seinem älteren Bruder – dem Vater des 50-Jährigen – im Krankenhaus behandelt worden.<h3> Beide Männer bemerkten bitteren Geschmack</h3>Die mutmaßlichen Ereignisse gehen auf den 30. April im Valle dei Laghi zurück. Nach bisherigen Rekonstruktionen hatte der Onkel seinen Bruder besucht, der gemeinsam mit seinem Sohn lebte. Am Nachmittag soll der Beschuldigte einen selbst zubereiteten Schokoladenkuchen serviert haben. Beide Männer bemerkten laut den Ermittlungen zwar einen ungewöhnlich bitteren Geschmack, schöpften jedoch keinen Verdacht und aßen den Kuchen dennoch.<BR /><BR />Kurz darauf verloren die beiden über achtzigjährigen Brüder das Bewusstsein und fühlten sich plötzlich schlecht. Laut den Vorwürfen soll der 50-Jährige die Situation anschließend genutzt haben, um in das Haus seines Onkels einzudringen. Dort soll er Bargeld sowie wichtige Dokumente über Familienbesitz entwendet haben.<BR /><BR />Der Onkel bemerkte dies erst, nachdem er wieder zu sich gekommen war. Als er sich später ans Steuer seines Autos setzte, stellte er fest, dass seine Hausschlüssel fehlten und das Fahrzeug an einer anderen Stelle stand als zuvor. Beim Verlassen des Hauses seines Bruders bemerkte der ältere Mann zudem, dass die Bremsen seines Autos nicht mehr funktionierten. Um einen Unfall zu verhindern, musste er die Handbremse betätigen.<h3> Hatten größere Mengen Psychopharmaka im Blut</h3>Zu Hause angekommen, stellte er außerdem fest, dass jemand die Räume durchsucht hatte. Die verschwundenen Hausschlüssel wurden später im Garten gefunden. Erst am darauffolgenden Tag wurden die beiden Männer von Angehörigen ins Krankenhaus gebracht. Dort ergaben Untersuchungen, dass sich große Mengen von Benzodiazepinen – also beruhigend wirkenden Psychopharmaka – im Blut befanden, insbesondere beim Vater des Beschuldigten. Die Substanzen wirken auf das Nervensystem und werden unter anderem als Beruhigungs-, Schlaf- und Angstlösemittel eingesetzt.<BR /><BR />Trotz der Einnahme der Medikamente befinden sich die beiden Männer laut ihren Anwälten Federico und Filippo Fedrizzi nicht in Lebensgefahr. Während der Onkel das Krankenhaus wieder verlassen konnte, musste der Vater des Beschuldigten mehrere Tage stationär behandelt werden und wurde anschließend in ein Pflegeheim gebracht.<BR /><BR />Die Ermittlungen werden von Staatsanwältin Maria Colpani geleitet. Neben dem Vorwurf des Raubes steht insbesondere der Verdacht des versuchten Mordes im Raum – vor allem wegen der mutmaßlichen Manipulation der Bremsen. Dazu sollen weitere technische Untersuchungen und Gutachten durchgeführt werden, um die genaue Vorgehensweise zu klären. Die Ermittlungen führen die Carabinieri der Station Vezzano-Vallelaghi gemeinsam mit der Einheit aus Trient unter Leitung der Staatsanwaltschaft.